Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 236 (sequence 259)
- Language
- German, English, Hebrew
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studieren, muss sich in sie vertiefen, und es ist eine falsche Beleuchtung der ganzen Frage, wenn man sagt, man müsse um das Prinzip der Heranziehung kämpfen. Ich behaupte, dass es sich nur um das Wie handelt, und diesem Momente sind meine Mitteilungen gewidmet. Noch ein Wort zur Einleitung! In dieser Frage ist die Meinung der Zionistischen Organisation und der ExeKutive verschieden. Es gibt eine ganze Reihe von Meinungen. Wir haben in der Exekutive die Frage in allen Details und mit allen ihren Konsequenzen behandelt, und ich habe den Auftrag erhalten, in erster Reihe einen objektiven Bericht 'über die verschiedenen Meinungen in der Exekutive zu geben. Die Verschiedenheit der Meinungen ist auch ein Resultat der Geographie, da sich die Exekutive an einem Orte befindet, der den Mikrokosmos der ganzen Organisation darstellt. Ich werde mir aber auch erlauben, ausser dem objektiven Berichte meine persönliche Meinung zu sagen. Nach dieser Einleitung gehe ich zur Hauptsache über. Die Frage der Heranziehung hat in der Exekutive keine Meinungsverschiedenheit hervorgerufen. Um aber die nötige Ideenverbindung herzustellen, muss ich sagen, wie sich die Exekutive und die Majorität der Bewegung zur Heranziehung stellen. Die Frage der Heranziehung von Nichtzionisten ist ein Resultat unserer politischen Erfolge. Wir sind eine historische Bewegung, das heisst eine Bewegung, welche geschichtlich verwirklicht werden muss. In diesem Sinne ist die Frage des Zionismus unabhängig von der Zeit. Erst unsere politischen Erfolge haben in unsere Bewegung das Element der Zeit hineingetragen. Wir sind aus dem Stadium der historischen Bewegung in das Stadium eines politisch-wirtschaftlichen Unternehmens gekommen. Das hat zu dem Gedanken geführt, dass wir vor uns ein beschränktes Element von Zeit, sagen wir ein oder zwei Generationen, 10 oder 30 Jahre haben, und daher müssen wir den gleichen Effekt, den wir in einer" unbeschränkten historischen Periode zu erzielen gehofft haben, dadurch erreichen, dass wir das Element der Masse hereinbringen. Wir haben früher keine historische Wirklichkeit gehabt; heute haben wir uns in dje Wirklichkeit begeben und haben eine beschränkte Zeit. Die Pessimisten unter uns sprachen von Jahren, Dezennien, Generationen, sie sprachen von einer beschränkten Zeitperiode und davon, dass die Masse, über welche wir verfügen, nicht genüge. Wir müssen, weil das Zeitelement kleiner geworden ist, die Masse vergrössern. Wir konstatieren heute, dass in den zwei Prozessen, die wir als zionistische Bewegung geführt haben, — und zwar a) Schaffung der äusseren Voraussetzungen für den Aufbau Palästinas -und b) Organisierung des jüdischen Volkes 236