Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 235 (sequence 258)
- Language
- German, English, Hebrew
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Wiederholung wird mit einer Vertiefung der Frage verbunden sein. Wenigstens will ich versuchen, in meinem Referate die Frage zu vertiefen und mich auf gewisse Einzelheiten festzulegen, um diese von allen Seiten zu beleuchten. Ich glaube, es ist dies das richtige Prinzip, dass wir nach der allgemeinen Diskussion zur Behandlung von Details übergehen. Das ist das eine Element meiner Einleitung. Das zweite Element, die Frage der Heranziehung von Kräften ausserhalb der Zionistischen Organisation zum Aufbau Erez Israels, hat im Laufe der letzlen Monate unsere ganze zionistische Oeffentlichk^it aufgerüttelt, und zum erstenmal nach einer Reihe von* Jahren geistiger Stagnation haben wir eine gewisse geistige Bewegung wahrgenommen. Und das hat dazu geführt, dass sich in den verschiedenen Ländern verschiedene Meinungen gebildet haben. Es haben nicht nur lebhafte Diskussionen in der Presse stattgefunden, sondern auch Beschlussfassungen auf den Tagungen verschiedener Länder, und eine Reihe von Delegierten ist mit festgelegten Meinungen hierhergekommen. Ich betrachte es als meine Aufgabe, an alle Delegierten zu appellieren, dass sie die Festlegung auf gewisse Beschlüsse beiseite lassen nicht nur aus dem formalen Grunde, weil die Delegierten an imperative Beschlüsse ihrer Wählerschaft nicht gebunden sind, sondern noch aus einem anderen Grunde. Wir wollen nicht nur in England die ausserhalb der Organisation Stehenden zur Arbeit heranziehen, sondern in allen Ländern. In jedem Lande sind die Bedingungen der Heranziehung verschieden und jeder bringt die Erfahrungen seines Landes in die Diskussion. Darin liegt die Schwierigkeit der Frage, weil jeder dieselbe Sache von einem andern Standpunkte aus ansieht. Wir müssen aber einen allgemeinen Beschluss fassen, wir müssen in dieser Frage einen schweren Kampf mit der Geographie führen, der darin besteht, dass jeder sich nicht nur als Deputierten seines Landes betrachtet, sondern in seine Argumente auch die Erfahrungen anderer Länder einbezieht. Es ist nötwendig, dass wir einen Beschluss fassen, der lebensfähig ist; wir dürfen uns nicht auf Beschlüsse versteifen, die das Resultat lokaler Verhältnisse sind, sondern wir müssen einen Beschluss fassen, der eine Synthese aller Erfahrungen ist. Die Frage der Heranziehung von Nichtzionisten ist leider, zum grossen Teile durch die Schuld der Presse, künstlich zu einer Streitfrage gemacht worden, und es ist — vielleicht von ganz kleinen Ausnahmen abgesehen — eine falsche Darstellung, als ob sich in der zionistischen Oeffentlichkeit jemand befinde, der die Frage der Heranziehung als solcher negiert. Die Frage, welche uns beschäftigt, geht nicht um das J a oder Nein, sondern nui um das Wie. Die Frage ist nicht für die Zionistische Organisation, sondern für Eiez Israel eine Lebensfrage. Man muss diese Frage 235