Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 230 (sequence 253)
- Language
- German, English, Hebrew
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M e r e m i ii s k i, in meinem Leben nie das Knie gebeügt, nicht vor einem jüdischen Magnaten und nicht vor einem christlichen Machthaber. Ich habe Sie in Ehren vertreten. Aber ich bleibe dabei, dass es möglich ist, diese Konzession zu machen unter Wahrung unserer fundamentalen Grundsätze, unter Herstellung einer Verantwortung — um die Möglichkeit für eine dreifache und vierfache Einwanderung nach Palästina zu schaffen. Ich glaube nicht, dass es noch notwendig ist, Worte zu verlieren über „vulgäre Kolonisation" oder über die „versteckten Tendenzen", die hinter diesem einfachen, kristallklaren — wenn auch vielleicht nach Ihrer Meinung irrtümlichen — Plane stecken. Ich lasse auch die Argumente über nationale Politik aus dem Spiele, aus dem Grunde, weil ich mich nicht für kompetent halte, über diesen Punkt zu sprechen. Einige Worte noch über die politische Lage. Herr Farbstein war derjenige, der heute nochmals das White Paper und das ganze Sündenregister der englischen Regierung, der palästinensischen Regierung und natürlich auch der Exekutive vor uns auftischte. Ich möchte Herrn Farbstein nicht nahetreten — er hat auch bittere Tränen über den Rücktritt Jabotinskys und die Zurückdrängung N o r d a u s geweint — aber die Tränen rührten mich nicht und ich begreife überhaupt nicht, warum sich bei uns die Idee eingewurzelt hat, wenn ein Mensch aus der Exekutive ausscheidet, . weil er mit einem gewissen System nicht einverstanden war, dass man ihn aus der Exekutive hinausgejagt hat. Als ob jeder Mensch in der Exekutive sein müsste, und wenn er nicht darin ist, so folgt daraus, dass man ihn hinausgejagt habe. Herr Farbstein weinte Tränen, bittere Tränen. Ich glaube, dass Herr Jabotinsky von den Tränen nicht warm werden wird. Zugegeben, die politische Lage ist ernst. Zugegeben, dass es mit der Immigration nicht am besten steht. Aber Sie haben eine politische Kommission gewählt und ihr werden alle Dokumente und Korrespondenzen unterbreitet werden. Es wird sich zeigen, dass wir unter den bestehenden Umständen alles getan haben, um die Position zu halten. Noch eines will ich Ihnen sagen und das mag vielleicht als mein politisches Vermächtnis für den nächsten Leiter der Politik gelten: Sie haben eine Mandatarmacht gewählt, nach langen Beratungen^ und Ueberlegungen. Sie werden mit dieser. Mandatarmacht noch jahrelang zu arbeiten haben. Diese Mandatarmacht ist England. Es gibt ein England der Morning Post und ein England B a 1 f o u r s.j Es gibt ein England der Diehards und ein England der Labour Party. Es wird das grösste Unglück sein, wenn Sie voraussetzen, dass man nicht im guten Glauben mit Ihnen verhandelt. Denn dann sind keine Verhandlungen möglich. Mit wem immer man auch verhandelt, muss man voraussetzen, dass der es genau so ehrlich meint wie Sie oder ich. Ich behaupte, trotz der Schwierigkeiten, die wir genau so bekämpft haben, wie Sie es wünschen, dass wir bei der britischen Regierung den guten Glauben, das Vertrauen und den ehrlichen Willen gefunden haben, und ich werde 23t)