Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 229 (sequence 252)
- Language
- German, English, Hebrew
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Und ich, ich werde alles tun, um die Menschen und um das Geld zu finden. (Lebhafter Beifall.) Es ist eine Legende, dass wir zu einzelnen Menschen gegangensind und sie um Rettung gebeten haben. Wir haben mit denjenigen Organisationen verhandelt, die im Mittelpunkte des jüdischen öffentlichen Lebens — sagen wir in Amerika — stehen. Und ich stellte mir die Jewish Agency vor, zusammengesetzt aus Vertretern derjenigen Organisationen, denen es ernst ist mit dem Aufbau von Erez Israel und die den Ernst dadurch beweisen wollen, dass sie die Last und die Verantwortung mit uns tragen wollen. Ich glaube nicht, dass man alle Organisationen sofort gewinnen wird, und ich weiss, dass Herr Fischer eine Absage bekommen hat. Ich weiss aber, dass es in Amerika Kreise gibt, die heute zu gewinnen sind, und ich warne Sie davor, sie vor den Kopf zu stossen — aus einem Hochmut, den ich mir einfach nicht erklären kann. Auf der einen Seite wollen wir eine fast unbegrenzte Immigration, keine Arbeitslosigkeit, einen schnellen Aufbau, auf der anderen Seite kommen Sie und nennen die Leute, denen Sie bis heute doch ein gewisses Vertrauen geschenkt haben — denn Sie haben ihnen die Geschicke der Partei anvertraut, nennen uns, die Ihnen mitteilen: „Wir haben sondiert, wir haben verhandelt und es gibt Kreise, die unter gewissen Bedingungen mitarbeiten werden und den Keren Hajessod verdoppeln und verdreifachen können" — Verräter, Fascisten, Diktatoren und weiss der Himmel was noch alles. Und morgen wird das Budget festgelegt werden müssen und nach einem Monate wird man es bezahlen müssen und dann wird Depesche nach Depesche kommen, denn es wird nicht das ganze Geld da sein; die Arbeit wird stocken, die Arbeiter werden entmutigt sein und die Alijah wird nicht weitergehen können. Ich verstehe nicht, wo hier die Logik ist. Dass ich nicht mit Illusionen operiere, dafür will ich Ihnen ein Beispiel geben. Ich war in Chicago; dort haben wir einen grossen Erfolg erzielt. Wir haben in einer Stadt von 300.000 Juden sage und schreibe 250.000 Dollar für den Keren Flajessod bekommen; für so arme Schlucker, wie wir es sind, war das sehr viel, denn voriges Jahr hatten wir nur 300.000 Dollar bekommen. Zur selben Zeit nun, als ich mich in zehn Personen zerteilte, um diese 250.000 Dollar zu bekommen, machte die Gemeinde Chicago einen Drive für irgendetwas, ein Spital oder eine Synagoge, und sammelte zweieinhalb Millionen an einem Tage. Und ich sagte mir: Wenn es mir gelänge, diese Gemeinde zu gewinnen, und sie nur die Hälfte dieser 2,5 Millionen für Palästina hergäbe, so habe ich doch auf einen Schlag das, wofür ich vier Monate hindurch meine ganze Seele, meine ganze Lebenskraft hingegeben habe. Und so ist es in New York, in Philadelphia, in jeder Stadt gewesen. Und, lieber Herrgott, wenn wir eine Million oder zwei Millionen Pfund sichern können — und dies ist möglich — dann steigt unsere Immigration, dann hebt sich unsere politische Stellung, dann ist unser Rücken gedeckt, dann atmen wir auf, dann können wir vielleicht auch eine Offensive unternehmen. Das hat mich geleitet undnicht ein Wille zur Macht. Ich habe, Herr 229