Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 231 (sequence 254)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/3476254-3476280--5362-3481507- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
es nicht erlauben, liier den guten Glauben der Regierung unserer Mandatar macht zu verdächtigen. (Stürmischer Beifall.) Geehrter Kongress! Ich habe Sie vielleicht länger aufgehalten, als ich es wünschte, und sicherlich, als Sie es wünschten. Ich habe das Meinige gesagt. Es gibt hier zwei Systeme, die gegeneinander stehen. Das eine besteht in irgendeinem vagen Kampfe gegen die Mandatarmacht, in Forderungen, die man durch Tatsachen nicht unterstützen kann, und in einem gewissen Chauvinismus gegen unsere eigenen Juden — und ich fürchte, dass der polnische Chauvinismus ein wenig auf unsere polnischen Freunde abgefärbt hat (Rufe: Sehr richtig!) — und das andere ist der Versuch, die schwer erworbene Position mit Mühe und Not und mit einem Plan, der vielleicht lückenhaft ist, zu halten, zu verteidigen und zu fördern. Sie haben zu wählen zwischen dem einen Plan und dem anderen. Sie haben aber auch zu wählen zwischen den Männern, die an diesen oder den anderen Plan glauben. Zwingen Sie nicht Ihren Führer, das durchzuführen, woran er selber nicht glaubt, und glauben Sie nicht, dass' Sie einem das Leben verbittern und zum Schlüsse an seine Loyalität und an seinen Patriotismus appellieren können, dass er doch mittue. Das wird diesmal nicht gehen, merken Sie sich das. C'est ä prendre ou ä laisser. Sie haben zu wählen zwischen dem einen oder dem anderen. Dann werden Sie sich Ihre Entscheidung in Ruhe überlegen. Sie werden in Ihrer Weisheit Ihre Beschlüsse fassen, und ich werde mich Ihren Beschlüssen beugen. (Lebhafter, langanhaltender, wiederholt sich erneuernder Beifall. — Die Versammlung erhebt sich. — Die Delegierten bringen Hochrufe auf Dr. Weizmann aus.) Vizepräsident Lipsky: Ich vertage die Sitzung auf morgen 12 Uhr mittags. Die Sitzung ist geschlossen. (Schluss der Sitzung: 1 Uhr 50 Minuten nachts.) 231