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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1924-01-01 · 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923 · p. Seite 220

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
Date
1924-01-01
Page
Seite 220 (sequence 243)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476280--5351-3481496
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strichen hat: Weil die Exekutive nicht geantwortet hat, so muss diese Behauptung wahr sein. Ich halte es für meine Pflicht, diese Legende zu zerstören, dass zwei Meinungen bestehen, auf der einen Seite die des Dr. Weizmann, auf der anderen Seite die der ganzen Exekutive. Es ist richtig, dass die Meinungen in der Exekutive zuweilen verschieden sind und dass die Exekutive in dieser ernsten Frage zu einer einstimmigen Ansicht nicht gekommen ist. Warum die Exekutive nicht zu einer allgemeinen Ansicht gelangt ist, das will ich hier nicht beurteilen. Das hat Herr Grünbaum einen konstitutionellen Konflikt genannt und hat es mit Konflikten verglichen, die in der politischen Welt zwischen Premiers *von Kabinetten und den Ministern vorkommen. Der Vergleich passt nicht auf diesen Punkt. Es ist wahr, es gibt Meinungsverschiedenheiten unter den Mitgliedern der Exekutive, aber sie beziehen sich nicht auf diese Frage, sondern auf ein ganz anderes Gebiet; sie beziehen sich nicht auf eines jener Gebiete, mit denen sich die Generaldebatte beschäftigt hat, sondern sie beziehen sich mehr auf die Geschäftsführung in der Exekutive, es sind mehr organisatorische Fragen, über die der Kongress, insbesondere der Permanenzaussdiuss, Gelegenheit haben wird, genau und gründlich informiert zu werden, und auch das Plenum des Kongresses wird wohl über diese Meinungsverschiedenheiten unterrichtet werden. Solche Meinungsverschiedenheiten kommen überall vor, wo es freie und selbständige Männer gibt, und ich brauche wohl nicht erst zu betonen, dass es jeder mit der Sache ehrlich meint. Man darf diese Dinge nicht aufbauschen und eine Legende von Konflikten schaffen und besonders darf man diese Konflikte nicht mit der Frage der Jewish Agency in Zusammenhang bringen. Nun will ich einige Worte über die politische Frage sagen* mit welcher sich die Generaldebatte beschäftigt hat; Kritik — was kann nützlicher sein als Kritik? Es wäre ein Irrtum, wenn Sie glauben würden, dass sich die politische Leitung Kritik verbitten will. Sie ist dankbar für Kritik. Aber zwischen Kritik und Kritik ist ein grosser Unterschied. Vor jeder Kritik kommt die Information, die Berichterstattung. Und in bezug auf die Berichterstattung über die politische Frage möchte ich den verehrten Kongress davor warnen, sicfi von falschen Eindrücken leiten zu lassen. Denn ich halte es für einen falschen Eindruck, wenn man aus dem Kongress mit der Meinung hinausgeht — wohl in gutem Glauben, aber nicht gut informiert, — dass wir in der letzten Zeit — ich rede von den letzten zwei Jahren — lauter politische Misserfolge gehabt haben. Es ist wahr, wie ich schon in meiner Eröffnungsrede gesagt habe, die politische Lage ist ernst omd wTar wollen Sie dicht in einen falschen 'und schädlichen Optimismus einlullen. Die Lage ist ernst, aber sie ist weit davon entfernt, tragisch zu sein. Wozu dient also eine solche einseitige Schilderung? Welchen Nutzen soll sie der Bewegung bringen? Ist es nicht einseitig, die Erfolge zu verschweigen und nur die Misserfolge zu unterstreichen? Ist es nicht einseitig, dass man von der Bestätigung des Mandates durch den Völkerbund nichts redet, was doch das grösste politische Ereignis der letzten zwei Jahre ist? Das kann man nur aus einem Mangel 220

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