Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 217 (sequence 240)
- Language
- German, English, Hebrew
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wollen Ihnen unsere Beschlüsse übermitteln, wenn Sie wollen, als Bitte, wenn Sie aber nicht wollen, als Forderurig an den Kongress. — 2000 Jahre verlangen wir Palästina. Die orthodoxen Juden in Amerika tatefl alles Mögliche, um den zionistischen Gedanken zu verwirklichen. Ihr habt uns alles gegeben, aber Palästina habt Ihr uns bis jetzt nicht gegeben. Solange man in Palästina trejfe isst, haben wir kein Palästina. (Lärm und Aufregung auf der Linken des Saales, grosse Unruhe; Redner verlässt die Tribüne; Proteste auf der Rechten, die fordert, dass er die Rede fortsetzen soll.) Präsident Sokolow (den Vorsitz übernehmend): Ich bitte um Ruhe, meine Herren! Drei orthodoxe Rabbiner aus Amerika, vom Rabbinerverband in den Vereinigten Staaten und Canada, sind hierhergekommen, um dem Kongresse eine Botschaft ihrer Organisation zu überbringen. Sie haben sich bei mir gemeldet. Ich habe nicht das Vergnügen, sie persönlich zu kennen, aber seitens der amerikanischen Delegierten wurde mir gesagt, dass die Rabbiner im Zionismus sehr aktiv sind und für den Keren Hajessod intensiv gearbeitet haben. Die drei Herren sind aus Amerika hierhergekommen und einer von ihnen hat den Kongress in der Eröffnungssitzung begrüsst. Ich wurde aber gebeten, auch jetzt noch einem zweiten Vertreter das Wort zu erteilen, damit er dem Kongress eine Botschaft übermittle. Darauf habe ich als Präsident des Kongresses meine persönliche Meinung geäussert, dass es wünschenswert wäre zu hören, was sie uns zu sagen haben, und ich hoffe, dass der Kongress so gastfreundlich sein wird, sie einige Minuten anzuhören. Ich bedauere sehr, dass infolge einiger Ausdrücke, die unser verehrter Gast Rabbiner «Levenson gebraucht hat, eine solche Aufregung entstanden ist. Ich bitte Sie also, den Herrn ruhig anzuhören. Unseren verehrten Gast Herrn Rabbiner Levenson selbst mache ich aufmerksam, dass es sich hier darum handelt, die Botschaft seiner Organisation zu übermitteln, dass aber hier nicht der Platz ist, Predigten zu halten und Erregung hervorzurufen. Was er uns aber im Namen der Organisation der Rabbonim aus Amerika zu überbringen hat, bitte ich ihn vorzutragen, und der Kongress wird ihn ruhig anhören. Rabbiner Levenson (fortsetzend): Der Verband der amerikanischen Rabbiner hat uns ermächtigt, Ihnen unsere Meinung zu vermitteln. Wir haben das Recht dazu, weil wir für den Keren Hajessod energisch gearbeitet haben, was Herr Präsident Weizmann bestätigen kann. Als orthodoxe Rabbiner, denen der Glaube teuer ist, ersuchen wir die Leitung, den religiösen Angelegenheiten mehr Aufmerksamkeit zuzuwenden. Wir verlangen von Ihnen, dafür Sorge zu tragen, dass die religiösen Interessen in Palästina den ersten Rang einnehmen. Es ist dort nicht alles in Ordnung und wir haben viel zu klagen. Wir sind bereit, alle Einzelheiten einer besonderen Kommission vorzulegen. Wenn das nicht genehm ist und man jetzt darüber debattieren kann, dann wird man erkennen, dass die Lage dort nicht so ist, wie sie sein sollte, und dass es notwendig ist, die Dinge in Ordnung zu bringen. Das dürfen wir als Ihre Genossen in der Arbeit und Gesinnung von Ihnen verlangen. (Beifall auf der Rechten.) Vizepräsident Lipsky (den Vorsitz übernehmend): Vor den Mitgliedern der Exekutive, die noch zu Worte kömmen, sind auf der Liste zirka dreissig Redner vorgemerkt. Es wurde beantragt, die Debatte ohne Anhörung der vorgemerkten Redner zu schliessen. Ich werde darüber abstimmen lassen. (Nach erfolgter Abstimmung:) Der Antrag istangenommen. Mitglied der Exekutive Prof. Hermann Pick: Hochgeehrter Kongress! Ich bitte um Entschuldigung, wenn ich zu so später Stunde mit einem Problem komme, das vielleicht zu einer anderen Zeit und nach besserer Vorbereitung hier vor den Kongress hätte kommen müssen. Ich hoffe, dass wir noch einmal eine Palästinakommission haben 217