Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 207 (sequence 230)
- Language
- German, English, Hebrew
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sein — welche Schritte von der Exekutive unternommen wurden, um die Aufhebung dieser ungerechtfertigten und mit dem Mandate in Widerspruch stehenden Immigrationsbeschränkungen durchzusetzen. Eventuell hat die Exekutive einer Kommission einen detaillierten Bericht darüber zu erstatten und die diesbezügliche Korrespondenz vorzulegen. Ich will damit schliessen, meine Herren: Wenn sich England fragt, was es durch dieses Mandat gewonnen, so will ich darauf antworten: England hat ein D o m i n i o n gewonnen, welches sich hinzieht von Afghanistan bis Wladiwostok und vom höchsten Norden bis Kapstadt. Dieses Dominion liegt im Herzen des jüdischen Volkes (Lebhafter Beifall) und England möge darauf achten, dass es sich dieses Dominion bewahre. Vizepräsident Lipsky: Ich möchte die Tatsache feststellen, dass Herr Dr. Ringel der Exekutive eine Interpellation unterbreitete, die schriftlich niedergelegt war und der Exekutive zulässig erschien. Herr Dr. Ringel benützte die Gelegenheit, um ausser der Interpellation noch Material vorzubringen, von dem er weder dem Präsidium noch der Exekutive irgendwelche Mitteilung machte. Delegierter Izchak Wilkansky (Hitachduth-Polen, hebräisch): Die Chawerim des Hapoel Hazair und der Hitachduth haben mich beauftragt, ihre Stellung zur Jewish Agency hier zur Kenntnis zu bringen. Wir wissen, dass wir keine Zeit zum Warten haben. Wir wissen, dass die Zeit drängt und dass wir nicht ohne Sprünge weitergehen können, aber wir glauben, dass wir uns vor solchen Sprüngen hüten müssen, die uns an einen Ort bringen können, von dem wir nicht zurückkehren könnten. Wir wollen die Wirklichkeit sehen und halten es für gut, dass die Majorität die Situation kennt. Wir fürchten uns vor irrigen Hoffnungen. Wir glauben nicht, dass jene Hoffnungen, die man auf Kräfte setzt, welche dem Volke nicht verantwortlich sind, sich verwirklichen werden. Nach den grossen Erfolgen, die uns unter grossen Mühen gelungen sind, obwohl sie uns jetzt nicht genügen, dürfen wir unser Schicksal nicht anderen anvertrauen . . . (Infolge anhaltender Unruhe im Saale bricht Redner ab und verlässt die Rednertribüne.) Delegierter M. Hindes (zur Geschäftsordnung): Ich beantrage die Redezeit auf 15 Minuten zu beschränken. Vizepräsident Lipsky: (Nach vorgenommener Abstimmung:) Der Antrag ist angenommen. Delegierter David Lipszyc (Polen, Zionistisch-Sozialistische Gruppe „Dror", spricht hebräisch): Geehrter Kongress! Ich fühle, dass in der Diskussion ein Chaos herrscht. Man betrachtet eine Seite und kämpft gegen sie, oder man geht ohne inneren Zusammenhang in Details ein und entzieht sich der zusammenhängenden Beurteilung der Arbeit der Zentrale. Wir können uns nicht damit begnügen, für die Zukunft Direktiven zu geben. Wir müssen deutlich das beurteilen, was geschehen ist, wohin wir gelangt sind. Wir müssen finden, wo der Schwerpunkt dieser Situation liegt. Mit Recht sagte Levin, dass die Jewish Agency nur ein Vorwand ist. Man sagt, dass wir zu einer Situation der Liquidierung gelangt sind.