Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 206 (sequence 229)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
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haben aber auch den Eindruck, dass* dieser Umschwung, den wir zu verspüren beginnen, darauf beruht, dass man an gewissen Stellen in England glaubt, dass das jüdische Volk schwach ist oder nicht den Willen oder nicht die Mittel hat. Da fällt mir ein Wort ein, welches der ehemalige Minister des Aeussern während des Burenkrieges fallen Hess, als man den Vorwurf machte, wieso" es kommt, dass England mit einer so kleinen Sache nicht rasch fertig werden könne. Er sagte, auch einem starken Manne ist der Arm gebunden, wenn er seine Flotte nicht benützen kann. Ich hoffe, dass ich in Jerusalem "nicht missverstanden werde, wenn ich sage, dass wir unsbei aller Anerkennung für den High Commissioner, der die Mandatspolitik durchführen muss, nicht des Eindruckes erwehren können, dass er nicht so vorgeht, wie er an diesem Platze und als Erfüller und Exekutor des Mandates vorgehen sollte. Wir haben oft den Eindruck, den vielleicht manche hatten, so oft ein jüdischer Richter zwischen einem Juden und einem Nichtjuden zu entscheiden hat. Da will er zeigen, dass seine Gerechtigkeit über alle Zweifel erhaben ist, und da er weiss, dass der jüdische Teil ihn verstehen wird, gibt er gegen seine Ueberzeugung oft der Gegenpartei recht und verkürzt die andere Partei. (Beifall.) Das ist etwas, was unterstrichen werden muss, mit allem Nachdrucke. Er soll nicht daran denken, ob er Jude ist, sondern das tun, was er als Exekutor des Willens des Völkerbundes zu tun verpflichtet ist. Und wenn das alles geschehen ist — und damit nähere ich. mich dem Schlüsse meiner Ausführungen — so ist es deshalb, weil die Exekutive oder, sagen wir kurz, Professor W e i z m a n n sich die diplomatische Offensive in den letzten eineinhalb Jahren aus den Händen ringen Hess. Die Initiative ist seit eineinhalb Jahren leider an unsere Feinde übergegangen und das bedeutet, dass sie uns dort Schlachten liefern, wo es ihnen passt, dass sie uns auf ein Terrain hinziehen, wo sie manche weniger Eingeweihte besser für sich gewinnen können. Wir haben die diplomatische Offensive aber auch in der Richtung unterlassen,.;dass wir die diplomatische Propagandatätigkeit bei den anderen Staaten, die auch als Mitglieder des Völkerbundes in Betracht kommen, vernachlässigt haben und langsam an die Voraussetzungen zu vergessen beginnen, warum dieser Akt des Mandates vor sich gegangen ist. Und nun, hoher Kongress, will ich Ihnen den Schluss der Interpellation vorlesen (liest): „Von den Handwerkern und Händlern, die sich häufig mit einem sehr geringen Kapital in Palästina etablieren könnten, wird der Vorweis des ausserordentlich hohen Betrages von 500 Pfund verlangt. Ferner gilt die Interpretation der Kategorie D (Verwandte, die von Palästinensern abhängig sind), wonach die Zulassung von Verwandten hauptsächlich nur dann gestattet wird, wenn es sich um Greise, Kinder oder Krüppel handelt, nicht aber, wenn es kräftige junge Leute sind. Die Bemühungen um besondere Erleichterungen für die Einwanderung von Flüchtlingen aus der Ukraine und Russland haben bei der Palästinaregierung nur einen kleinen teilweisen Erfolg gehabt." Von der mechanischen Regulierung habe ich bereits gesprochen. Deshalb kommen wir mit dieser Anfrage und verlangen Auskunft darüber — denn das wird für die Richtlinien der Politik von Wichtigkeit 206