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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1924-01-01 · 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923 · p. Seite 198

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
Date
1924-01-01
Page
Seite 198 (sequence 221)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476280--5329-3481474
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kulturelle Güter und eine Ausbildung in seinem Fach. Die Gründung von Volksschulen wurde in den zivilisierten Ländern nur mit Hilfe des Staates ermöglicht und der Umfang dieser Hilfe richtet sich nicht nach der Steuer, die der Staat von den Bewohnern irgendeiner Gegend einzieht. Er gewährt nicht den Einwohnern der reichen Gegend eine grössere, denen der ärmeren' eine kleinere Unterstützung, sondern verteilt die Mittel in gleichem Ausmass. Das ist die wahre Demokratie, die auf dem Grundsatz aufgebaut ist, dass jedem jungen Menschen die gleiche Gelegenheit gegeben werden soll, seine Kräfte zu entwickeln. Und diese Demokratie hat keine Angst davor, dass die Armen deshalb das Gefühl der Selbständigkeit verlieren könnten. Sobald die Zahl der reichen Leute in Palästina so gross sein wird, dass sie den grösseren Teil der Erziehungskosten werden tragen können, wird sicherlich keine Hilfe von aussen mehr nötig sein. Dann wird man aber die Zionistische Organisation auch nicht mehr in wirtschaftlicher Beziehung brauchen. Solange dieser Zustand aber nicht erreicht ist, ist die Zionistische Organisation als der Staat anzusehen, der die Pflicht hat, in demselben Masse für die Erziehung der jungen Generation zu sorgen wie für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Solange es notwendig ist, die ökonomische Tätigkeit zu erweitern, ist das an sich ein Zeichen, dass die Kulturarbeit nicht eingeschränkt und vermindert werden darf. Wenn die Erziehungsinstitutionen in Palästina bezüglich der Qualität der Lehrer und der Unterrichtsordnung nicht auf der Höhe sein werden, werden die .Einwohner nicht einmal imstande sein, das zu wahren, was uns geblieben ist, nicht einmal jene Güter, die wir aus dem grossen Brand des Galuth gerettet haben. Denn auf der einen Seite locken die europäischen Kulturen und auf der anderen die arabische, der die britische Regierung sehr gewogen ist, weil die Zahl der Araber grösser ist als die der Juden. Wenn die jüdischen Schulen sich nur auf das werden stützen müssen, was sie von den Kolonisten bekommen, werden sie so minderwertig werden, dass die Söhne der Kolonisten sie nicht werden besuchen wollen und die arabischen oder christlichen Schulen mit deren Seelenfang aufsuchen werden. Können wir hoffen, dass unsere Söhne dort Liebe zu ihrem Volk und zur hebräischen Kultur in sich einsaugen werden? Sicherlich, solange ein Gesellschaftskörper nicht um seine geistige Existenz kämpfen muss, weil er nicht mit anderen Kulturen konkurriert, braucht er seine Kulturinstitutionen nicht auf die höchste Stufe zu bringen. Die Pioniere der amerikanischen Kolonisation, die unter dem Namen „Pilgrim fathers" bekannt sind, konnten sich auf eine Schule beschränken, die aus einem kleinen Zimmer bestand, in dem alle Kinder verschiedenen Alters zusammen unterrichtet wurden, weil sie nicht befürchten mussten, dass, wenn sie den Schülern oder den Lehrern nicht genügt, sie die Schule verlassen und eine Schule der Indianer aufsuchen werden. Auch in unserem Volk war es so, dass während der ganzen Zeit, in der wir im Ghetto eingeschlossen waren, der Cheder trotz aller seiner Mängel die Aufgabe erfüllte, jeder Generation die geistigen Güter der Nation zu übermitteln. Aber jetzt, wo wir mit den Kulturen der Umgebung 198

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