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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1924-01-01 · 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923 · p. Seite 196

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
Date
1924-01-01
Page
Seite 196 (sequence 219)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476280--5327-3481472
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politische Bedeutung für Palästina und einen grossen P r opagandawert für den G a 1 u t h. Darum dürfen wir die hebräische Kulturarbeit nicht als einen Luxus betrachten. Die hebräische Kulturarbeit ist kein Luxus, sondern eine. Notwendigkeit; nicht weniger eine ökonomische und politische als eine geistige Notwendigkeit. Bezüglich der propagandistischen Seite weiss jeder, der in irgendwelcher Beziehung zu unserer Bewegung steht, dass Palästina nicht ohne grosse Anstrengung und ohne Mobilisierung vieler Kräfte und grosser Mittel aufgebaut werden wird. Was wird nun die Söhne unseres Volkes veranlassen, jene Opfer zu bringen, ohne die wir in Palästina nicht festen Fuss fassen können? Nichts anderes als die Hoffnung und der Glaube, dass mit dem Aufbau Palästinas unsere Nation wiederhergestellt und vervollkommnet werden wird, dass die geistige Zerstörung ein Ende finden, dass das jüdische Volk wie in den Tagen seiner Jugend zu neuem Leben erwachen wird und dass die schöpferischen Kräfte wieder wie einst in ihm zur Entfaltung kommen werden. Manche von Ihnen werden vielleicht sagen, dass derlei Gedanken Ueberreste einer Zeit sind, wo der Zionismus ein schöner Traum war, der der Phantasie schmeichelte, und dass sie vielleicht auch heute noch als klingende Phrasen verwendet werden können, um für die Bewegung zu werben, aber nicht dazu taugen, als bewegende Kraft und entscheidender Faktor zu fruchtbaren Leistungen beizutragen. Seit wann sind wir denn so realistisch geworden? Haben wir nicht feststellen können, wie die Losung der Realpolitik, statt zu nützen, die Welt in Verwirrung bringt und Menschen gegen Menschen und Volk gegen Volk hetzt? Sollen wir trotzdem diese Losung übernehmen, indem wir daran gehen, ein ideales Ziel zu verwirklichen? Haben wir vergessen, dass das ganze Wesen des Zionismus nichts anderes ist als ein Streben, das aus den Tiefen des Geistes strömt? Wollen wir es denn vergessen, dass unser Anspruch auf Palästina nicht auf reale Werte begründet ist und dass unsere Rechtsgrundlage eine geistige Rechtsgrundlage ist, die durch die Gebete unseres Volkes in zwei Jahrtausenden geschaffen wurde? Diese Gebete und nicht politische Bündnisse haben uns als Charter gedient der unser nationales Leben und unsere Verknüpfung mit dem Lande der Väter garantierte. Wir rühmen uns dessen, dass wir uns immer von Extiemen ferngehalten haben und dass wir bestrebt waren, das Gleichgewicht zwischen dem Materiellen und dem Geistigen zu wahren. In einem Midrasch loben unsere Weisen diese unsere Sonderart: jeder, der den Brauch zur Hauptsache macht (der Brauch im Sinne der. Form innerhalb der Erscheinungen der körperlichen Welt) und die Worte der Lehre zur Nebensache (die Lehre im Sinne der Pflege der Erscheinungen der geistigen Welt), wird in dieser Welt zur Nebensache. Ein Gleichnis: ein Heer, das zwischen zwei Wegen, einem voll Licht und einem voll Schnee, zu gehen hat; wenn es dem Licht entgegengeht, verbrennt es sich am Licht, und wenn es dem Schnee entgegengeht, wird es von Kälte erfassi Was soll es nun tun? Den Mittelweg gehen. Wohlan, gehen wir nicht dem Schnee der Realpolitik und der materialistischen Wirtschaft entgegen 196

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