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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1924-01-01 · 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923 · p. Seite 194

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
Date
1924-01-01
Page
Seite 194 (sequence 217)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476280--5325-3481470
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Wie sieht es mit dem Mandate aus? Sehr oft stellen sich unsere Brüder die Frage, was von dem Mandate und von der Balfour-Deklaration übriggeblieben ist, wenn man uns ein Erez Israel mit verschlossenen Türen gibt, in welches alle anderen Völker ohne Einschränkung kommen können, nur wir Juden mit Einschränkungen. So sieht die Arbeit -der Erez Israel-Regierung aus, und wir müssen uns daher fragen, ob die Balfour- Deklaration noch existiert. Bei dem Pogrom in Jaffa hat man die Pogromopfer eingesperrt und bei ihrer Befreiung hat man auch die befreit, die den Pogrom gemacht haben. Der Richter hat nicht nur die bestraft, die den Pogrom veranstaltet haben, sondern auch die vom Pogrom gelitten haben. Die Konzession Rutenberg hat die Erez Israel-Regierung nicht bestätigen wollen, erst das Auswärtige Amt in London hat sie gegen den Willen der Erez Israel-Regierung bestätigt. Die Abtrennung von Transjordanien war ebenfalls kein politischer Erfolg, sondern ein Misserfolg. (Del. Sitzmann: Wieviel Geld haben die Misrachi für den Keren Hajessod aufgebracht?) Auf diese Frage kann ich antworten. Ihr habt schon gehört, dass 70 bis 80 Prozent des Keren Hajessod vom religiösen Judentum aufgebracht wurden. (Lebhafte Unruhe.) Aergert Euch nicht! Was die Beziehungen der Leitung zu dem Misrachi betrifft, so hat Rabbi Berlin bereits einiges darüber mitgeteilt. Wir wollen ein jüdisches Erez Israel mit jüdischen Gesetzen. Unsere Leitung hat verlangt, dass man nicht nach jüdischen Gesetzen, sondern nach fremden, nach dem arabischen Gesetz urteilen soll. Dazu sage ich, dass unser Präsident Weizmann nicht aus Afrika oder Amerika gekommen ist, sondern aus Pinsk und daher weiss, das| es ein Attentat auf die jüdische Religion ist, wenn man so etwas verlangt. Wie es mit der Politik bestellt ist, so steht es auch mit der Arbeit in Erez Israel. Unsere m i s r a c;h i s t i s c h e n C h a 1 u z i m finden bei der Exekutive kein Entgegenkommen. Wenn sich misrachistische Chaluzim melden, um eine Kolonie zu besetzen, so sagt man ihnen, dass sie eine Bestätigung der Kolonisten bringen müssen, dass sie sie hereinlassen wollen. Oder man sagt ihnen, dass es zu spät ist, dass der Boden schon verteilt ist usw. (Lärm.) Meine Herren von der' Linken, Euer Schreien wird Euch nicht helfen. Ihr werdet Euch daran gewöhnen müssen, dass auch auf dieser Seite Arbeiter sitzen. (Lebhafter Beifall. Stürmische Gegenrufe.) Wenn schon heute 25 Prozent der Arbeiter hier vertreten sind, so werdet Ihr Euch daran gewöhnen müssen, dass auch einmal die Majorität hier sitzen wird, dass die Poale Misrachi in grösserer Zahl hier hereinkommen werden. Unser Freund Kaplansky hat uns gesagt, er habe angenommen, die Misrachi seien nur eine religiöse Partei, und darum konnte er das tolerieren. Er wird sich daran gewöhnen müssen, dass der Misrachi auch eine. sozialpolitische Partei ist. (Lebhafte Zwischenrufe.) Herr Kaplansky hat gefragt, wie es kommt, dass der Misrachi im Namen von Arbeitern in Erez Israel zu sprechen wage. Es ist eine Frage, ob Herr Kaplansky mehr Recht hat, im Namen von Arbeitern zu sprechen, als wir. (Zwischenrufe.) Man hat bei der Linken unsere Organisation „Hapoel Hamisrachi" eine Streikbrecherorganisation genannt. Ich möchte 194

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