Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1924-01-01 · 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923 · p. Seite 190

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
Date
1924-01-01
Page
Seite 190 (sequence 213)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
99% known words query
IRI
…/3476254-3476280--5321-3481466
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

sationskommission wurden vom A. C. zwei Kommissionen ernannt, eine für Palästina und eine für Europa. In die europäische Kommission wurden entsendet: Herr Klumel in Warschau, Herr Kaplan in Palästina und ich in Antwerpen. Vergebens habe ich der Exekutive begreiflich zu machen versucht, dass die Zweiteilung unrichtig ist, denn die beiden Teile könnten zu entgegengesetzten Schlüssen kommen. Und vergebens habe ich der Exekutive vorgehalten, dass diese dreigliedrige europäische Kommission, wohnhaft in Palästina, Warschau und Antwerpen, arbeitsunfähig sein müsse. Ausserdem stellte sich die Exekutive auf den Standpunkt, dass die Kommission nicht die Aufgabe haben kann, die Grundlagen der Organisation zu prüfen, sondern festzustellen, ob die verschiedenen Instanzen zweckmässig, eingerichtet sind und gut arbeiten. Ich behauptete und behaupte weiter, dass es nicht im Sinne der Resolution gelegen war, die .Kommission bloss auf gewisse Dinge zu beschränken. Das ist keine Reorganisation, wie ich sie beantragte. Ich wollte, dass man den Dingen so objektiv wie möglich auf den Grund geht, ohne dass man von vorneherein das Bestehende verwirft oder es als unantastbar betrachtet. Und nun noch einige Worte über die J e w i s h Agency. Der Bericht an den Kongress enthält darüber eine ganz merkwürdige Stelle (liest): „Es braucht kaum betont zu werden, dass die Jewish Agency nicht berechtigt ist, -an der Regierung Palästinas teilzunehmen und keinen derartigen Anspruch erhebt. Was sie aber beansprucht und worum sie sich mit allen Kräften bemüht hat, ist das Recht, in allen Angelegenheiten, die die jüdischen Interessen berühren, in der richtigen Weise gehört zu werden." Und noch merkwürdiger, ich sehe kaum ein Interesse für dieses Detail, trotzdem der Bericht, und was wir hier gehört haben, so viel Veranlassung gibt, mit der Regierung in Palästina unzufrieden zu sein. Die einzige wichtige Funktion, welche die Jewish Agency zu erfüllen hat, ist die Regelung der Immigration. Welche Befugnisse hat nun diese Jewish Agency, um diese Aufgabe zu erledigen? Das ist für mich die prealable Frage, bevor man daran geht, die Form der Jewish Agency definitiv festzustellen. Heute liegt noch vielleicht ein Beschluss darüber irgendwie in unserer Hand, später nicht mehr. Die Frage der Jewish Agency ist übrigens noch nicht reif, die Lage im Judentum noch nicht genügend geklärt, um eine glückliche Lösung jetzt schon herbeizuführen; Ich würde mich vermessen, Ihnen anzutragen, wenn es nur möglich wäre, die Frage von der Tagesordnung abzusetzen. Man ha* die Frage der Jewish Agency mit Unrecht zur Hauptfrage des Kongresses gemacht. Es ist gar nicht die Hauptfrage. Wegen der Jewish Agency werden die anderen so wichtigen Fragen vernachlässigt (Zustimmung) und wir werden heimgehen, ohne Ordnung geschaffen zu haben. Wir sprechen über die Notabeinwirtschaft und Demokratie. Diejenigen, die für das demokratische Prinzip eintreten, glauben wohl, dass draussen die Notabein stehen und sich darum reissen, um alles in ihrer Hand zu haben. Gewiss, es gibt Notabein, die bei der jetzigen Situation mit uns arbeiten wollen. Es gibt aber auch Notabein — und gerade solche, 190

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.