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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1924-01-01 · 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923 · p. Seite 189

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
Date
1924-01-01
Page
Seite 189 (sequence 212)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476280--5320-3481465
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Systems liegen darin, dass jede Grenze zwischen Rentablem und Unrentablem verwischt wird. Wenn alles zu teuer sein darf, so ist kein Preis zu hoch. Wenn Rentabilität nicht verlangt wird, so werden selbst solche Unternehmungen, die ohne Rentabilität keine raison d'etre haben und auch rentabel sein könnten, am Ende unrentabel. Wir erstreben ja nicht Kolonisation schlechthin, sondern wachsende Kolonisation in Palästina. Wenn nun fast jedes Unternehmen unvermeidliche Defizite bringt, wie gross werden dann am Ende die Defizite sein?! Ich kenne die Antwort der Vertreter des jetzigen Systems. Wenn die Juden, sagen sie, uns Geld genug geben werden, so gibt es keine Defizite. Ich wiederhole: Der Zionismus ist keine Geldfrage und darf keine sein. Aber was mit Geld, mit Produktivität zusammenhängt, muss so ökonomisch als möglich gemacht werden. Denn wir unterliegen da ehernen Gesetzen, denen wir uns fügen müssen. Keine Gemeinschaft hat Geld genug, um dauernde Defizite einer Volkswirtschaft zu decken. Nun sind wir in einer vorteilhaften Lage. Das Gros unseres Volkes lebt ausserhalb des Landes und kann die Kolonisation in Palästina unterstützen. Das ist gut für die Anfänge, aber gefährlich für die Dauer. Die Lösung der Frage kann nur darin liegen, dass Palästina für uns auch im ökonomischen Sinne ein Einwanderungsland wird. Deshalb muss jetzt und müsste längst Rentabilität gefordert und erstrebt werden. Ich habe zu Beginn dieses Jahres diese meine Anschauungen in einem Briefwechsel mit der Exekutive ausführlich auseinandergesetzt. Es geschah dies infolge der Resolution bezüglich einer Reorganisationskommission, die auf der vorigen Jahreskonferenz, auf meinen Antrag hin, gefasst wurde. Die Exekutive hat den Briefwechsel an die Mitglieder des A. C. verschickt. Aber ausser der kurzen Vermeidung der Tatsache, dass die Ernennung der Revisionskommission auf der letzten Jahreskonferenz beschlossen worden ist, finde ich weder im Berichte noch in der Debatte ein einziges Wort über diese Angelegenheit. W7enn eine Jahreskonferenz auf dem Standpunkt steht, dass. Reorganisation notwendig ist, wie kann man in einem Jahre eine solche wichtige Angelegenheit überhaupt vergessen?! Ich bin mit meinen Anschauungen nicht in die Oeffentlichkeit gegangen, weil ich einmal einen anderen Weg gehen wollte. Ich finde, dass man solche Fragen nicht nur durch das Aufpeitschen der öffentlichen Meinung erledigen kann, :. sondern dass man sie sorgsam untersuchen muss, bevor man daran geht, einen Reorganisatlonsplan zu diskutieren. Ich finde, dass der Kongress, der einmal in zwei Jahren zusammentritt, diese Fragen nicht gründlich studieren und auch nicht richtig erledigen kann. Ich gehe^ deshalb" jetzt auf alle Details, die ich auf dem vorigen Kongress und in meiner Korrespondenz berührt habe, gar nicht ein. Es rnuss eine stille, emsige, sachliche Untersüchungsarbeit vorangehen. Es ist gar nicht zu verantworten, dass man den Kongress ohne diese Vorarbeit, ohne dass diese Gegenstände vorher gehörig vorbereitet worden sind,. Beschlüsse fassen lässt. Ich möchte ihre Zeit nicht in Anspruch nehmen, muss aber ein " Detail hierüber mitteilen. Anstatt der einen besonderen Reorgani- 189

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