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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1924-01-01 · 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923 · p. Seite 188

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
Date
1924-01-01
Page
Seite 188 (sequence 211)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476280--5319-3481464
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eine platonische Erklärung abgibt, sondern die Leitung hat sich nach dieser Erklärung tatsächlich zu benehmen und nur im Sinne dieser Erklärung ihre Politik zu führen. Es ist höchste Zeit, dass wir auf der schiefen Ebene, auf der wir uns befinden, haltmachen! Die Herren werden einwenden: Was waren es doch für grosse politische Erfolge, die .wir erreichten, wenn man uns stets etwas abnehmen kann und wir gleichwohl immer noch so Beträchtliches übrig haben? Wir Unzufriedenen haben niemals den politischen Erfolg verkleinert. Für uns .war die Situation, die die Balfour-Deklaration geschaffen hatte, günstig genug, um daraus die grössten Möglichkeiten herauszuholen.. Faust zerbricht sich bei Goethe den Kopf, was am Anfange war. Und wie ist es bei uns? Der A n f an g unseres U e b e 1 s sitzt in folgendem: Der Fehler .war, dass unsere Leistungsfähigkeit in Palästina als Grundstein unserer Politik hingestellt wurde, anstatt diese Politik in erster Reihe auf unser unverjährtes Recht aufzubauen. Bei einer solchen Methode wären alle Diskussionen, die hier über die Jewish Agency geführt wurden, überflüssig. Unsere Lage wäre eine ganz andere. Ich weiss, dass ich für meine Anschauung fast kein Verständnfus finde. Ich komme mir manchmal vor wie Cyrano de Bergerac, der am Ende seines Lebens, als er seine Laufbahn überblickt, an seinen erfolglosen Kampf denkt gegen Dummheit, Verleumdung und Unrecht, sich doch noch emporschwingt und ausruft: „C'est d'autant plus beau quand c'est inutile!" Ich hoffe aber, dass ich und diejenigen, die wie ich gedacht und gekämpft haben, es nicht umsonst getan haben werden! Dass das Rechtliche, das wir vertreten haben, in der Erinnerung aller Zionisten bleiben wird und dass, wenn wir einmal nicht da sein werden, andere nach uns aufstehen werden, um unser einfaches Recht hochzuhalten. Ich gehe zur Organisation über. Sehr vieles von dem, was diejenigen, die man zu Oppositionellen stempelte, jahrelang verkündeten, ist im Begriffe, durch die Kreise, die zur Majorität gehören, übernommen zu werden. Man könnte sagen: Es ist das Wesen jeder Opposition, den Ereignissen vorauszulaufen. Aber welche Folgen ein System mit sich bringt, das jede Kritik als oppositionell verwirft, das fühlen wir an unserem eigenen Leibe, denn es schafft chaotische Zustände. Von den Prinzipien der sogenannten alten Opposition, zu der auch Wolffsöhn gehörte, halben die Brandeisgruppe und ihre Freunde die wirtschaftlichen übernommen. Sowohl B r a n d e i s als die Herren Simon und de Lieme haben diese Prinzipien auf Grund schmerzlicher Erfahrungen neu entdecken müssen, und unaufhörlich gibt es n^ue Entdeckungen auf diesem Gebiete. Alle diese Entdeckungen zielen dahin, dass unsere Methoden der Kolonisation unökonomisch und darum unhaltbar sind. Auf dem vorigen Kongress habe ich deswegen einen Systemwechsel verlangt. Nun hört man allenthalben sagen: Es sei gar kein System, das da herrsche, sondern Systemlosigkeit. Das soll natürlich eine, noch schärfere Verurteilung unserer ganzen Arbeit bedeuten. Das stimmt aber nicht. Schon im Jahre 1913, auf dem Wiener Kongress, habe ich dieses System als Kolonisation ä tout prix bezeichnet, und das ist es geblieben. Die Schäden dieses 188

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