Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 187 (sequence 210)
- Language
- German, English, Hebrew
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wiederkomme. Solange diese Zustände herrschen werden, werde ich, wenn ich atme und hier stehe, meine Meinung wiederholen. Im Auftrage mancher Landsmannschaften ist hier gesagt worden, dass wir zum politischen Führer Vertrauen haben müssen. Es handelt sich nicht um die Personen, sondern um die Sache. Zu verschiedenen Malen, so auch vor zwei Jahren und voriges Jahr, hielt mir Herr Dr. Weizmann entgegen, dass ich das Interesse Englands an Palästina stark überschätze. Das bedeutete, dass wir gezwungen seien, sehr bescheiden zu sein. Ich will hier nur kurz andeuten, das unsere Bescheidenheit die unzufriedenen Araber dennoch nicht befriedigt hat. Unsere Bescheidenheit hat ihren Zweck vollkommen verfehlt. Auf der letzten Jahreskonferenz widerlegte Herr Dr. Weizmann meinen Standpunkt unter anderem damit, dass ich die englische Politik besser verstehen will als die Engländer. Ein Jahr später lesen wir im offiziellen Berichte der Leitung an den XII. Kongress folgende Stelle (liest): „Die Schaffung eines arabischen Staatenbundes ist offenbar eine Angelegenheit, mit der die Interessen Palästinas und der jüdischen nationalen Heimstätte eng verbunden sind." Ferner: „Es darf wohl behauptet werden, dass der Vertrag nicht nur der zionistischen öffentlichen Meinung annehmbarer gewesen wäre, sondern dass er auch schliesslich seine eigenen Zwecke besser erfüllt hätte, wenn die besondere Stellung Palästinas unzweifelhaft klar in ihm zum Ausdrucke gekommen wäre." Endlich sieht sich die Leitung also gezwungen, die englische Politik besser verstehen zu wollen als die Engländer. Wir, die Extremisten, haben ja nichts anderes verlangt, als dass der Balfour-Deklaration diejenige konkrete Bedeutung gegeben werde, deren sie bedarf. Was wir früher verlangten, taten die Herren später. Wir verlangten früher, als wir noch gute Chancen hatten, dass die Führer darauf bestehen müssen, wertvolle, bessere Bestimmungen zu bekommen. Ich wiederhole meine auf der vorjährigen Konferenz abgegebene Erklärung: Die Leitung war nicht berechtigt, das englische White Paper zu unterzeichnen! Kurz vor diesem Kongress erschien in der Presse ein Artikel von Lloyd George, ein wunderbarer Artikel, für den wir Mr. Lloyd George tief dankbar sind. Jeder von uns möchte diese Akzente finden können, um unsere Sache zu verteidigen. Aber es gibt im Artikel auch schwache Stellen, und zwar sind es jene Sätze, die Lloyd George aus dem Memorandum zitiert, das unsere Leitung an den Völkerbund gerichtet hat! Jahrelang haben wir gehört, wie gross unsere politischen Erfolge waren, Vierzehn Tage vor dem Kongress hörte ich in einer öffentlichen Versammlung von einem Mitllied der Exekutive in Antwerpen: Seit San Remo befinden wir uns in einem steten politischen Rückgange. — Ich will das Kapitel der Vergangenheit nicht länger behandeln, ich habe nur noch zu sagen, was nach meiner Ansicht jetzt zu geschehen hat. Wir haben unumwunden zu erklären, dass wir nicht daran denken, die Rechte der arabischen Bevölkerung anzutasten. Wir halben aber zugleich zu erklären, dass wir auch in keiner Weise daran denken, zu resignieren und unser nationales Heim in einem arabischen Palästina zu errichten. (Lebhafte Zustimmung.) Und es kann sich nicht darum handeln, dass der Kongress 187