Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 180 (sequence 203)
- Language
- German, English, Hebrew
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Es ist auch nicht angenehm und es ist erniedrigend, wenn die Lieferanten von Brot und anderen Dingen mit der Faust auf unseren Tisch schlagen, um ihre gerechte Forderung nach einigen Pfunden zu unterstützen. So fing bald die Schulden Wirtschaft an. Aller Kredit wurde aus dem Lande ausgepumpt von den Banken, Kaufleuten und kleinen Ladenbesitzern. Weil wir nun unsere Verpflichtungen zur Rückzahlung dieser - Kredite in Form von Wechseln nicht erfüllen könnten, wurde die Demoralisation immer grösser. Palästina war in der ersten Hälfte dieses Jahres wie ein Zimmer, in welchem, da es vollgestopft ist mit Leuten, der Boden plötzlich nachgibt; durch die Kohäsion bleiben alle hängen, aber wenn einer sich rührt, gehen alle unter. Es wurde sogar eine nationale Sache, seinen Verpflichtungen nicht nachzukommen, denn die Exekutive ging darin voran. Der Unterschied zwischen Wechselimd anderen Verpflichtungen wurde ausgelöscht. Die Zionistische Exekutive musste sich mit den Gläubigern wegen der Abzahlung fälliger Wechselsohulden auf die Weise einigen, dass sie ihnen Prozentsätze von eintreffenden Rimessen sicherte. Um die ganze Arbeit, wie die Immigration, die Landwirtschaft u. s. w. zu leisten, wurde zum Nachteil der Lehrer und Beamten ihr Gehalt durch 4 bis 5 Monate zurückgehalten. Die Kwuzoth und äie Moschawim hatten grosse Schulden, sogar den arabischen Nachbarngegenüber, abgesehen von den höhen Zinsen, die man für Geldkredite, und den hohen Preisen, die man bei Kauf von Waren auf Kredit zahlen musste. So war man z. B. in Palästina wegen Geldknappheit oft gezwungen, neue Schuhe beim Hamaschbir auf Kredit zu kaufen, anstatt die alten gegen Barzahlung reparieren zu lassen. Unser kolonisatorisches Experiment, das Minimum-equipment zu finden, das nötig ist, um einen Bauern anzusiedeln, war deshalb als Präzedens für die Zukunft misslungen. Wenn man das Geld für Equipment auf einmal hätte geben können, so wäre es viel billiger gekommen. Solebten wir unter der Drohung einer Katastrophe von drei und vier Seiten, Die Schulden an die Regierung für Immigration, an die Araber für Hausmiete und Schulden der Kolonien mussten erst bezahlt werden, dann Wechsel, die in fremden, nicht jüdischen Banken diskontiert waren; und der Rest des Geldes musste dort angewendet werden, wo der Durchbruch drohte. Er drohte von den Arbeitslosen, so dass schnell irgendeine Notarbeit gemacht werden musste; von der Immigration, wenn neue Schiffe ankamen, während unsere Lager schon überfüllt waren und Kopfsteuer zu zahlen war; von den Lehrern, die ernstlich an die Schliessung der Schulen dachten, mit allen gefährlichen politischen Konsequenzen. Dann war unsere Aufgabe, wenn etwas Geld kam, diese verschiedenen Katastrophenmöglichkeiten abzuwägen. Dabei spekulierte man auf den nationalen Sinn:: Die. Lehrer und Beamten würden am loyalsten sein und man konnte sie: noch etwas hungern lassen, die Kwuzoth würden den Böden ihrer Ansiedlüng nicht verlassen, sie kamen also am letzten, und alles Geld ging weg an Schulden und an unproduktive Ausgaben der rmmigräfiön.r : Dieser Aufbau nach dem Kataströphenprinzip wirkte demoralisierend auf1 den Jischüw. 180