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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1924-01-01 · 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923 · p. Seite 179

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
Date
1924-01-01
Page
Seite 179 (sequence 202)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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des Treasurers waren ungenügend, um dagegen Gewähr zu bieten. Es war einfach meine Pflicht und es gab keine andere Konsequenz, als den Kongress auf solche Weise zu warnen, dass wir auf dem unrichtigen Wege sind. Man hat es so hingestellt, als ob der Mangel an Geld der alleinige Grund unserer prekären Situation wäre und dass ich nach so mühseligen Jahren den Wunsch habe, abgelöst zu werden. Aber eine Zeit des Geldmangels wäre gerade Grund gewesen, auf dem Posten zu bleiben. Es wurde das Resultat erzielt, dass mehr Geld geschickt wurde, was an sich ein erfreulicher Erfolg ist. Wir waren damals wirklich am Rande der Verzweiflung. Aber ebensowenig als politische Gründe meinem Entschlüsse zugrunde lagen, ebensowenig war es der Geldmangel, sondern es war vielmehr die Gefahr, die sich noch vergrössert hätte, wenn mehr Geld dagewesen wäre. Ich habe in einem ausführlichen, mit Ziffern belegten Memorandum der Exekutive und dem A. C. auseinandergesetzt, dass wir nicht nur wegen des Geldmangels, sondern wegen der U e b e rschreitungen einzelner Budgets in die katastrophale Lage gekommen sind; dass man, statt die einzig richtige Konklusion aus dem Geldmangel zu ziehen und Kürzungen des Budgets vorzunehmen, noch immer auf das volle Jahresbudget weiter arbeitet und einfach nicht auszahlt, wenn man kein Geld hat, so dass sich die Schulden ungeheuer vermehrten und eine Defizit- und Wechselwirtschaft eingerissen ist, welche zur Demoralisation und zur Gefahr des Zusammenbruches führt. Ich sagte: wenn man nicht die Kraft hat, in der Zeit des Geldmangels Oekonomien einzuführen, wie gross muss die innere Schwäche und die Gefahr erst sein, wenn einmal dieser Gegendruck gegen die Pression von aussen aufhören würde? Die Mängel waren so geartet, dass sie bei mehr Geld noch stärker ans Tageslicht getreten wären. Umsomehr fühle ich daher die Pflicht, .hier zu reden in einer Zeit, wo eine Wendung zum Besseren eingetreten ist, damit nicht eine Wendung zum Schlechteren erfolgt und wir nicht zurückgehen zu den Fehlern der ersten Zionistischen Kommission. Ich möchte nicht von den-Qualen der Hölle erzählen, die wir dieses Jahr durchgemacht haben. Ich möchte Sie nur dringend bitten, dafür zu sorgen, dass sie nicht wiederkehren. Man vergisst sehr bald das Elend, wenn das Leben wieder normal wird, Ich möchte aber nur etwas von dem Elend und der Gefahr erzählen, damit man für die Zukunft davon lernen soll. Unsere Finanz- und Wirtschaftspolitik in Palästina wurde in den letzten Jahren immer von dem einen Gesichtspunkte beherrscht, dass die Katastrophe immer näher heranrücke. Während der letzten drei Jahre wurde jedes Jahr vom Kongress oder der Jahreskonferenz ein Budget angenommen, welches um 30 bis 40 Prozent höher geschätzt war, als die wirklichen Einnahmen im Jahre betrugen. Auf dieses Budget wurde die Arbeit eingestellt, Lehrer und Beamte aufgenommen, neue Siedlungen gegründet und die Immigrationsforderungen aufgestellt. Selbstverständlich war nach einigen Monaten das Geld zur Finanzierung dieser auf Grund des Budgets übernommenen Verpflichtungen nicht da. Es ist nicht angenehm, Telegramme zu bekommen: Um Gottes willen sendet Geld. 12* 179

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