Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 174 (sequence 197)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
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Delegierter Dr. Dante Lattes (Italien, hebräisch): Geehrte Delegierte! Wenn wir kurz und allgemein skizzieren wollen, was die Zionistische Organisation im Laufe der letzten zwei Jahre getan und wie sie ihre Arbeit und ihre Institutionen entwickelt hat, so können wir sagen, dass in unserer nationalen Bewegung ein Fortschritt zu verzeichnen ist. Der Weg ist schwierig, die Hindernisse sowohl in Palästina als auch ausserhalb Palästinas, sowohl auf dem Gebiete der Politik als auch auf dem finanziellen Gebiete sind gross. Aber haben wir wirklich geglaubt, dass nach der Balfour-Deklaration und San Remo schon die Tage des Messias gekommen sind und dass Andere unsere Arbeit verrichten werden? Palästina wird wieder das Land der Juden sein, Palästina wird zu Erez Israel werden, wenn das jüdische Volk mit allen seinen Schichten, mit seinen Arbeitern, Lehrern und geistigen Führern, mit seinen Geldleuten zu einem Bund werden wird für Palästina hier im Galuth, und wenn das Volk in grossen Massen nach Palästina zurückgekehrt sein wird. Die Palästinafrage ist eine Einwanderungsfrage und die Einwanderungsfrage ist eine Geldtrage und auch eine Frage des Opfers, der inneren Begeisterung unserer C h a 1 u z i m und unserer Arbeiter. Diese unsere Helden, die Chaluzim, haben ihr Opfer bereits gebracht und bringen es stündlich, jeden Tag und zu jeder Stunde; sie haben gekämpft und kämpfen ständig mit den Menschen, mit dem Lande und mit der Regierung. Wenn wir wirklich unser nationales Heim aufbauen wollen, dürfen wir uns nicht der allgemeinen, politischen, ökonomischen und geistigen Krise des Zionismus anpassen, sondern mitten in das Volk unter seine höchstgestellten Söhne, unter seine Besten gehen und ihnen sagen, dass die Frage unseres Lebens und unseres nationalen Heims in der Einwanderung besteht. Und die Einwanderungsfrage ist nur eine Frage von Menschen und Geld. Die Menschen haben wir Gott sei Dank, aber sie müssen einen furchtbaren Kampf ausfechten, der über menschliche Kräfte geht, weil es an Geld fehlt. Wenn wir uns über die Beschränkung der Einwanderung beklagen, wie sie durch die Regierung festgesetzt wurde, so fassen wir das Ziel nicht richtig ins Auge. Nicht die Regierung ist schuld, sondern wir. Eine sehr breite, eine unbegrenzte Einwanderung ist natürlich das Ideal, nach dem sich die zionistische Seele sehnt. Mit einer solchen Einwanderung werden wir Palästina erwerben und unsere Stellung im Osten befestigen; aber die Mittel, die wir haben, das Geld, das in die Kasse des Keren Hajessod fliesst, genügen noch nicht, um eine unbegrenzte Einwanderung zu verlangen und sie unsererseits durchzuführen. Mir scheint, dass es ein politischer, ökonomischer und nationaler Fehler wäre, die Tore Palästinas für alle Arten von Einwanderern zu öffnen, für Leute, die für den Aufbau Palästinas nicht geeignet sind. Wir müssen zuerst die wirtschaftlichen Voraussetzungen schaffen, und dann müssen wir sicher sein, dass, wer das nationale Heim aufbauen kommt, imstande ist, eine grosse und schwere Arbeit auf sich zu nehmen. Eine Massenwanderung wäre nicht nur ein Fehler, sondern auch eine grosse Sünde gegenüber dem jüdischen Volk und dem jüdischen Schicksal. Alle 174