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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1924-01-01 · 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923 · p. Seite 173

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
Date
1924-01-01
Page
Seite 173 (sequence 196)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476280--5304-3481449
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Ueberhaupt hat unsere Leitung sich eine Geringschätzung der Kongressbeschlüsse zu eigen gemacht, die von ihr als nicht existierend betrachtet werden. Der XII. Kongress hat ihr die Pflicht auferlegt, dem Waad Leumi in seinem Kampf um die Grundlagen unserer nationalen Autonomie in Palästina und um die Legalisierung seiner Institute beizustehen. In Wirklichkeit hat der Jischuw in Palästina in dieser Beziehung von Seiten der zionistischen Leitung keinerlei Hilfe erfahren. Und selbst als der Präsident der Organisation nach Palästina kam und mit dem High Commissioner über verschiedene aktuelle Angelegenheiten sprach, interessierte er sich überhaupt nicht für die Frage der Gemeinden und des Waad Leumi. Ist es denn zu verwundern, dass das Verhältnis der zionistischen Leitung zu unserer inneren nationalen Organisation die Stellung des Waad Leumi in seinem Kampfe mit der palästinensischen Regierung geschwächt und dass dieses Verhalten auch auf unsere inneren Angelegenheiten einen bösen Einfl-uss ausgeübt hat? Wer weiss,'ob jene Demoralisation im öffentlichen Leben in Palästina während der letzten Jahre, jene Erstarkung der Neigungen zu Trennung und Spaltung, die seit der zweiten Session der Assefath Haniwcharim zutage getreten sind, nicht zum Teil auf den Einfluss zurückgehen, den die Geringschätzung, die unsere nationalen autonomen Institutionen bei der zionistischen Leitung gefunden haben, ausübte. Der XIII. Kongress muss das, worin die zionistische Leitung bei ihrer politischen Arbeit gefehlt hat," gutzumachen suchen. Er muss der Luftschlösserpolitik, der Politik der Augenblickseinfälle, die keinen realen Boden und kein festes System unter den Füssen hat, ein Ende machen. Der XIII. Kongress muss der zukünftigen zionistischen Leitung eine Politik in einem neuen Geiste vorschreiben, eine Arbeit, die mehr in Jerusalem als in London zu leisten sein wird, eine Arbeit, die keinen Gedankenschwung und keinen Glanz kennen wird, der auf verblüffenden politischen Kombinationen beruht, sondern auf der realen, lebendigen Wirklichkeit basiert sein wird, eine Arbeit nicht zum Zwecke der Augenblicksleistung und eines Strohfeuers in den Herzen, sondern zum Zwecke der Befestigung und Verbesserung unserer bescheidenen Positionen auf allen Gebieten des politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens in Palästina. Wenn wir die einfache, goldene Wahrheit verstehen würden, dass das Zentrum unserer politischen Arbeit in Jerusalem und nicht in London sein muss, würde sich der Kongress nicht so sehr mit der Frage der Jewish Agency als mit den Bedingungen des Mandates und mit unseren Lebensinteressen in Palästina beschäftigen. Auch der Sitz der Jewish Agency muss in Palästina und nicht in London sein, und so wird auch die Frage der „Notabein" gelöst werden, denen es gar nicht in den Sinn kommt, sich in dem armen Palästina niederzulassen und unsere Leiden mit uns zu teilen. Für unsere Leitung l^)mmt jetzt eine Zeit prosaischer politischer Arbeit, jener hartnäckigen und ausdauernden Arbeit für kleine Dinge, die letzten Endes mit den grossen Taten eng zusammenhängen. 173

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