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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1924-01-01 · 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923 · p. Seite 172

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
Date
1924-01-01
Page
Seite 172 (sequence 195)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476280--5303-3481448
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der Leitung zur Last. Eine Reihe von objektiven Ursachen, deren Verhütung nicht in der Macht der Leitung war, haben dazu beigetragen. Jedoch wir hatten überhaupt nicht das Gefühl, dass wir eine Leitung haben, die auf der Wacht steht, die für unsere Rechte und Lebensinteressen kämpft. Wir haben nicht die Kraft eines Widerstandes seitens unserer Leitung gegen das System der Liquidierung bei der palästinensischen Regierung gefühlt. Unsere Leitung hat alle Tatsachen und Erscheinungen unterwürfig und demütig hingenommen, und es ist ihr nicht in den Sinn gekommen, zu protestieren, zu schreien und auf das Unrecht hinzuweisen, das uns täglich zugefügt wird. Die zionistische Leitung hat gegenüber der palästinensischen Regierung dieselbe Verzichtspolitik an den Tag gelegt, die die palästinensische Regierung gegenüber allen Angreifern und arabischen Gewalttaten zur Schau trägt. Man komme uns da nicht mit der beliebten Ausrede, das jüdische Volk habe die Probe nicht bestanden, es habe die Hoffnungen nicht erfüllt, die man auf das Volk gesetzt hat, es habe im Laufe dieser Jahre nichts Grosses für den Aufbau Palästinas getan, daher unsere Schwäche und unser Verfall usw. Vor allem hätte man das Mass der Kraft eines zermürbten und zerbrochenen Volkes nicht übertreiben und nicht auf seine Rechnung alles Mögliche versprechen sollen. Und überdies soll man die Dinge, die im Verlauf der letzten Jahre getan wurden, in ihrem Wert nicht herabsetzen. Wenn im Verlauf von zwei Jahren auf dem Wege freier Spenden beiläufig eine Million Pfund für den Aufbau des Landes aufgebracht wurden, so ist das ganz und gar nicht eine kleine Sache. Kein anderes Volk hätte unter solchen Bedingungen mehr zustande gebracht. Möge irgendein anderes Volk es versuchen, nicht etwa einen Staat aufzubauen, sondern nur einen bereits bestehenden Staat auf dem Wege freier Spenden ohne Vollmachten einer gesetzlichen Besteuerung zu erhalten, und man wird sehen, dass das jüdische Volk im Laufe dieser Jahre wirklich Grosses geleistet hat. Schliesslich haben wir während dieser Zeit Zehntausende von Menschen nach Palästina gebracht, und was im E m e k im Laufe dieser zwei, drei Jahre geleistet wurde, wiegt sicherlich das auf, was unsere Nachbarn im ganzen Lande im Laufe von Hunderten von Jahren geleistet haben. Man komme also nicht mit der Klage über das Volk und wälze nicht die Verantwortung für unsere Schwäche auf das Volk ab. Die schwächliche Verzichtspolitik unserer Leitung hat viel Schuld an unserem Niedergang. Die palästinensische Regierung hat überhaupt keinen Widerstand gegen ihr Liquidationssystem gefühlt. Der XII. Kongress hat den Niedergang unserer politischen Lage betont (der schon damals festzustellen* war, obwohl er noch nicht die jetzige Stufe erreicht hatte) und hat beschlossen, mit der Mandatsregierung ein klares Wort zu reden. Es wurde damals beschlossen, eine politische Delegation zur palästinensischen Regierung zu schicken, die ihr unsere Forderungen überreichen und unsere Ansicht über die Situation vermitteln hätte sollen. Dieser Beschluss wurde nicht ausgeführt, weil klare und entschiedene Worte nicht im Sinne der gedrückten Kompromisspolitik unserer Leitung sind. 172

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