Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 170 (sequence 193)
- Language
- German, English, Hebrew
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von Juden auf Regierungsboden und auf unbearbeitetem Boden zu unterstützen. In Wirklichkeit hat der High Commissioner hunderttausende Dun am Regierungsboden in der Umgebung von B eis an einer kleinen Anzahl von Fellachen übergeben, die überhaupt nicht die Möglichkeit und die technischen Mittel haben, ihn zu bearbeiten. Die Juden haben bis jetzt von der Regierung nichts erhalten. Nach unendlichen Mühen und unendlichen Interventionen durch ganze Jahre hindurch ist es schliesslich den entlassenen jüdischen Soldaten, jenen, die an der Seite der Engländer das Land erobert haben, gelungen, ein Stück öder Wüste bei Beer-Scheba zu erhalten, mit dem sie nichts anfangen können, weil die Wasserbeschaffung dort Zehntausende von Pfund kosten würde. Die Rechnung der Regierung ist gewöhnlich ganz einfach. Mögen sich die Juden um die Wfasserbeschaffung in dieser Wüste kümmern, dann wird die Wüste den umliegenden Beduinen zum Segen gereichen . . . Und zur selben Zeit, wo war Landflächen, die durch Generationen Wüste waren, in Siedhmgs- und Kulturland umzuwandeln beginnen, zur Zeit, wo wir Energie, Kraft und viel Geld verwenden, um schädliche Sümpfe auszutrocknen und öde Sandflächen aufzuforsten — brauchen nur arabische Agitatoren zu kommen und zu protestieren, damit "alle unsere Mühe auf einen Wink von oben zunichte gemacht wird. Hier muss fürwahr eine charakteristische Tatsache festgestellt werden. Als eine unserer Zentralinstitutionen sich über diese Bodenpolitik beklagte, erhielt sie die offizielle Antwort, dass die Regierung bezüglich der Juden ihre Pflicht tue, indem sie zeigte, dass man einem Juden zwei Dun am Land verpachtet habe, um darauf eine Mühle zu bauen (nebenbei gesagt, hat man dafür diesem Juden ein Pachtgeld von ein paarmal zehn Pfund jährlich auferlegt, noch dazu unter der Bedingung, dass nach 20 Jahren der Boden und alle. Gebäude, die auf ihm errichtet werden, wieder in den Besitz der Regierung gelangen). So unterstützt die palästinensische Regierung „die zusammenhängende Ansiedlung von Juden auf Regierungsboden". 3. Kulturarbeit. Die palästinensische Regierung ist eine kulturelle Regierung und finanziert als solche aus der Staatskasse die elementaren öffentlichen Bedürfnisse der Einwohner in Kulturangelegenheiten: Volkserziehung, öffentliches Gesundheitswesen usw. Aber das gilt nur für die Araber; die Juden müssen alle diese Bedürfnisse auf eigene Kosten befriedigen. Ein wichtiger Teil der Staatseinkünfte, besonders die Zolleinnahmen, rühren von den Juden her, und trotzdem haben die Juden von diesen Einnahmen nichts. Für die Erziehungsbedürfnisse der Araber gibt die Regierung mehr als 100.000 ägypt. Pfund im Jahre aus; den Juden gewährt sie nur eine Unterstützung von 2000 Pfund. Die Regierung hat dafür folgende Ausrede: Die jüdischen Schulen — also die Schulen der Träger der Rechte auf das National Home! — sind „Privatschulen". Auf diese Weise will die Regierung mit Hilfe einer Einheitsschule Assimilationspolitik führen. Diese Politik haben wir in den Galuthländern wahrlich schon satt bekommen und — wie -Nordau einmal sagte — wenn es zur Assimilation führen soll, dann hätten wir es in Europa billiger und angenehmer* haben können .... 170