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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1924-01-01 · 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923 · p. Seite 168

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
Date
1924-01-01
Page
Seite 168 (sequence 191)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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wurde, ein grosses Verdienst des Präsidenten unserer Organisation und der amerikanischen Gesinnungsgenossen. Aber wenn man uns erklärt, dass die Krise in Palästina schon vorbei sei, weil das Budget für einige Monate gesichert ist, so ist das nur eine Uebertreibung, die der Wirklichkeit nicht standhält und auch Schaden stiftet, weil sie geeignet ist, das aufgerüttelte Gewissen wieder zum Schweigen zu bringen und die Energie der Anstrengungen für den Keren Hajessod zu schwächen. Und eine Uebertreibung, die der Wirklichkeit nicht standhält, sehe ich auch in den Worten der Eröffnungsrede unseres Präsidenten über das Verhältnis zwischen uns und den Arabern. Dr. Weizmann hat erklärt, dass die Masse der Fellachen uns freundlich gesinnt sei, dass zwischen den jüdischen Kolonien und den arabischen Dörfern ausgezeichnete Beziehungen herrschen. Einen solchen Zustand sehen wir alle als Traum der Zukunft vor uns, und sicher wird die natürliche Entwicklung unserer Arbeit dazu führen. Wir sehnen uns nach dem Tage, an dem die arabischen Massen erkennen werden, dass es zwischen unseren und ihren Interessen keine Gegensätze gibt. Aber die ersehnte Stunde ist noch nicht gekommen. Gegenwärtig unterliegen die arabischen Massen dem Einfluss der nationalen Agitatoren viel mehr, als sie unseren Argumenten zugänglich sind, und die Worte von den „ausgezeichneten Beziehungen" zwischen uns und ihnen sind nur eine Phrase und eine schädliche Illusion. Und ich halte es für meine Pflicht, folgendes zu betonen: Mit Bedauern habe ich — und sicher viele der Kongressdelegierten — die Worte des Präsidenten der Organisation über dasjenige Ergebnis gehört, in dem er 'eine Festigung der guten Beziehungen zwischen uns und unseren Nachbarn erblickt. Ich meine damit den Frieden, der zwischen P. et ach Tikwah und Abu Kischk geschlossen wurde. Ich will hier in die Details nicht eingehen. Vielleicht war die Sache notwendig. Manche denken anders darüber. Sie sehen in dem Akt der Verzeihung für den Mörder Gissins eine schwere Verletzung des Rechtsgefühls und der elementaren Gerechtigkeit und eine schwere Gefährdung der primitivsten öffentlichen Sicherheit. Sie sehen in allen Details der Angelegenheit und in all den vorübergehenden Verhandlungen nur ein Glied der Kette, die die Schwächepolitik der palästinensischen Regierung darstellt, jene Politik, die allen Angreifern und Gewaltmenschen gegenüber nachgiebig ist und Konzessionen macht, unter denen der Jischuw in Palästina täglich zu leiden hat. Dabei spreche ich, wie gesagt, nicht über das Spezielle des Falles. Ich will zugeben, dass man zum Teil dazu gezwungen war, aber jedenfalls ist kein Grund vorhanden, sich zu rühmen, jedenfalls ist es nicht am Platze, dieses Ereignis in der Eröffnungsrede des Kongresses durch . den Mund des Präsidenten der Zionistischen Organisation zu erwähnen. So ist es. Es fehlt unserer Politik der natürliche und einfache Wirk- Kchkeitssinn. Wir haben für die Wirklichkeit nicht das gesunde Augenmass, und das prägt unserer ganzen Arbeit den Stempel auf. Das führt unsere Leitung zur Vernachlässigung der allerwichtigsten politischen Arbeit, der politischen Arbeit in Palästina. Dort in Palästina ist kein Platz für eine Arbeit voll Glanz und Phantasieschwung; dort ist nur Raum für 168

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