Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 163 (sequence 186)
- Language
- German, English, Hebrew
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wenig getan haben. Wir haben eine Million Pfund gesammelt. Das ganze Kapital der ICA beträgt zwei Millionen Pfund. Selbst unsere Feinde müssen vor der Erscheinung, die man das Chaluztum nennt, in Ehrfurcht den Hut abnehmen. Der Zionismus wächst und ist heute die stärkste Macht im jüdischen Volke. Aber wir haben die Million Pfund für den Keren Hajessod unter gewissen Voraussetzungen gesammelt, die in unserer Verwaltung in Erez Israel nicht existieren. Die Juden geben jetzt für Erez Israel, weil sie glauben, dass dies zur Verstärkung der jüdischen Jischuw dient. Die amerikanischen Proposais entspringen nicht dem Wunsche, die Jewish Agency zu haben, sondern der tiefsten Ueberzeugung, dass die Wirtschaft in Erez Israel nichts taugt. Die Chowewe Zion haben in unserer Bewegung eine glänzende Rolle gespielt, aber heute, nach vierzig Jahren, nach ihren Methoden zu wirtschaften, ist nicht in Ordnung. (Beifall.) Wir müssen neue Methoden in unsere Arbeit hineinbringen, mehr Mut und mehr Entschlossenheit haben und neues Blut in die Organisation hineingiessen. Das ist der Sinn der Proposals, und das ist wichtiger als die Frage der Jewish Agency. In Russland gab es eine schlechte Armee mit zaristischen Generalen, da wurde die rote Armee geschaffen, in der man die alten Generale erschossen und die jungen Soldaten zu Generalen gemacht hat. Wir würden allerdings ein so radikales Vorgehen nicht vorschlagen (Heiterkeit), aber man nehme neue Menschen, die Energie und Mut haben, neue Wege zu gehen und für Erez Israel zu arbeiten. Wir glauben, die allgemeine zionistische Lage ist 'besser, als es die Pessimisten glauben. Wir wachsen, wir werden stärker, wir müssen neue Elemente heranziehen, aber unter der Bedingung, dass wir die Hausherren bleiben. Es muss also ein starker Wille sein und dann mehr frisches Blut, mehr Initiative und Energie in unserer Verwaltung in Palästina.^ (Beifall.) Delegierter Oberrabbiner Jacob Meir (Misrachi-Polen, hebräisch): Geehrter Kongress! Ich komme mit einer gerechten Forderung, mit der Forderung nach Gleichberechtigung aller palästinensischen Gemeinden und vor allem aller gebürtigen Palästinenser. Ich meine damit die Forderung, dass in die zionistische Leitung in Palästina Vertreter der Landesbewohner gewählt werden. Verdächtigen Sie mich wegen dieser Bitte nicht einer einseitigen Bevorzugung einer Gemeinde gegenüber einer anderen, denn, meine Herren, sowohl meine Natur als auch mein Amt würden mir nicht gestatten, so etwas zu tun. Jeder, der das Tor unserer Stadt betritt, weiss es, dass ich bereits vor 35 Jahren die Einheit zwischen der sefardischen und der aschkenasischen Gemeinde gepredigt und dass ich einen aschkenasischen Rabbiner für alle Gemeinden ernannt habe. Ünd die Rechnungsbücher über Bikkur Cholim und Schaare Zion bezeugen, wie sehr ich mich mit allen meinen Kräften um die Einigung aller Gemeinden bemüht habe. Und obwohl es nicht ziemlich ist, für sich selbst zu reden und die eigenen Taten zu preisen, wie der Weise sagt: „Loben soll dich der Fremde, nicht dein Mund," so sagen doch wieder unsere Lehrer: „Wo einen niemand kennt, ist man selbst verpflichtet, über sich 11* 163