Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 162 (sequence 185)
- Language
- German, English, Hebrew
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werden sollen. Zur Frage der Jewish Agency will ich kurz folgendes sagen: Die Losungen, welche in der zionistischen Presse auftauchen und die man in die zionistischen Massen und in den Kongress geworfen hat, wie Bureaukratie, Notabelnsucherei und sogar Verrat, haben sehr viel geschadet und stellen doch nur einen Kampf mit Windmühlen dar. 'lieber die amerikanischen Vorschläge hat man nicht gesprochen. Es ist ferner unsere tiefste Ueberzeugung, dass man, statt von Prinzipien zu sprechen, die Frage vorn praktischen Standpunkt aus hätte behandeln sollen. Wenn man das täte, so könnte man 95 Prozent des Kongresses für eine einheitliche Resolution bekommen. Die Unterschiede zwischen den Ansichten sind furchtbar übertrieben worden. Es gibt niemanden in der Opposition, der nicht die Wichtigkeit der Verbreiterung unserer Basis einsieht. Wie das zu machen ist, ist eine andere Frage. Und auf der anderen Seite ist kein Mensch so kurzsichtig, um nicht zu verstehen, dass das Grösste, was wir besitzen, der Kongress und die Zionistische Organisation ist und dass man bei der Aufnahme neuer Elemente Sicherungen haben muss. Wir sagen, dass die Frage der Jewish Agency eine mehr praktische als prinzipielle Frage ist, und es gibt genug Juristen in allen Parteien des Kongresses, welche den geeigneten Weg zu ihrer Lösung suchen können. Unser Standpunkt ist der, dass wir nicht so weiterleben können wie heute. Auf dem Kongress ist eine verpestete Atmosphäre geschaffen worden. Die Lage in E sr e z Israel ist heute so, dass sie unsere Arbeit in der Propaganda und in der Geldaufbringung stört, denn Sie werden begreifen, dass man mit solchen Dingen, wie mit Depeschen, dass Chaluzim nach Palästina nicht hereingelassen werden, für den Keren Hajessod nicht arbeiten kann. Es muss klar und deutlich herausgesagt werden, dass wir weiter so nicht arbeiten können. Wir müssen deutlich und stark unsere Erbitterung über die Art der englischen Mandatspolitik zum Ausdrucke bringen. England hat ein Interesse an Palästina, und dies sowie die moralische Unterstützung der ganzen Welt, die wir (bis auf einige Ausnahmen, wie etwa die antisemitische Presse) geniessen, insbesondere aber die öffentliche Meinung Amerikas, die ganz auf unserer Seite ist — das sind unsere Waffen, aber wir nützen sie nicht aus. Die Araber sind laut, wir aber sind still und schlucken alles herunter. Man denkt daher immer an den anderen und hält seine Forderungen für gerecht. Wir müssen eine aktivere Taktik einschlagen. Wir müssen laut sagen, dass wir tief unzufrieden sind mit dem, was geschieht. Wir haben für uns die Presse der ganzen Welt, aber wir nützen sie nicht aus. All das sollte anders werden. Unsere Führerschaft sollte mit aller Schärfe unsere ganze Unzufriedenheit zum Ausdrucke bringen. Ich gehe zur zweiten Frage über, zur Frage, was in Erez Israel in wirtschaftlicher Hinsicht geleistet wurde. Ich komme aus Amerika. Noch nie gab es eine so freudige zionistische Stimmung wie jetzt in Amerika. Dort fühlt man, dass die zionistische Bewegung eine siegende Kraft ist. Es ist nicht richtig, dass wir in den letzten zwei Jahren zu 162