Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1924-01-01 · 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923 · p. Seite 160

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
Date
1924-01-01
Page
Seite 160 (sequence 183)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
99% known words query
IRI
…/3476254-3476280--5291-3481436
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

wichtigsten Bank viel für unsere Arbeit abhängt. Man sagt uns zur Entschuldigung, dass grosse Hindernisse seitens der Regierung bestehen, aber Hindernisse gibt es auch in anderen Ländern und doch verstehen dort die Banken zu arbeiten. Es herrscht hier bei uns Nachlässigkeit und so haben wir auch für die Verbreitung von Pfandbriefen nichts getan. Einigemal hat man uns gesagt, dass in Amerika Banken gegründet werden, ohne dass wir etwas über diese wüssten. Wer beschäftigt sich mit diesem Bankwesen, was wird durchgeführt und in welcher Form geschieht es? Sind es Bodenbanken oder Banken zur Verbreitung von Wertpapieren? Ueberall herrscht Nebel und nichts ist im Rechenschaftsbericht klar. Und es gibt Dinge, die man noch schärfer kritisieren könnte. Es gab bei uns verschiedene Kommissionen für Bankwesen und Finanzfragen. Diese Kommissionen wurden zu wiederholten Malen gewählt, wichtige Persönlichkeiten haben sich an ihnen beteiligt, und ich frage, ob es da irgendeine Tradition in der Arbeit gibt, ob eine Kommission von der anderen das Material übernimmt. Soweit es mir bekannt ist, herrscht eine allgemeine Systemlosigkeit und fehlt jede Ordnung. Wenn wir zum Volk gehen und Geld verlangen, müssen wir sagen, dass wir dies und jenes mit dem Gelde machen wollen. Ich möchte gerne sagen können: gebt mir jährlich eine Million Pfund und wir werden mit diesen Summen die und die Anzahl neuer Einwanderer im Lande unterbringen, wir werden das und jenes machen. Aber ohne jede Perspektive und ohne jedes Programm ist es doch unmöglich, vom breiten Publikum zu verlangen, dass es für unsere Arbeit in Palästina Geld hergebe. Alles, was wir bis jetzt geschaffen haben, war reine Zufallssache und bedingt durch die Aufopferung des Präsidenten und Schmarja L e v i n s. Ohne ihre energische Arbeit hätten wir die für die Arbeit notwendigen Gelder nicht bekommen. Wenn ein Mensch mit Schwung und Gedankenflug kommt, stutzt man ihm die Flügel. Jetzt herrscht die Anschauung und die Tendenz, um jeden Preis zu spare n, wie wenn das an sich ein Ideal wäre. Der einzelne muss sich den Plan schaffen nach den Mitteln, die ihm zur Verfügung stehen; die Gemeinschaft schafft zuerst den Plan und bringt dann die Mittel auf, um den Plan zu verwirklichen; das ist der Unterschied. Das will man bei uns nicht verstehen. Ich will mich jetzt der Organisation und Bewegung zuwenden. Als ich las, man werde uns nicht nur über die Organisation, sondern auch über die Bewegung Bericht erstatten, freute ich mich sehr. Diesmal, so dachte ich mir, wird man zu uns nicht nur über die Zahl der Schekel sprechen, sondern auch über die Seele der Bewegung. Aber leider übernahm diesen Gegenstand ein Mann, der diesen Dingen vollkommen ferne steht und keine Kenntnis davon hat, was die Seele des Zionismus ausmacht; selbstverständlich hat er uns auch darüber nichts mitteilen können. Wie steht es mit der Ausführung der Kongressbeschlüsse? Der XII Kongress hat beschlossen, dass alle Zionisten dem Keren Hajessod den M a a s s e r entrichten sollen. Aber die Exekutive hat sich nicht bemüht, den Beschluss durchzuführen, obwohl die Exekutive vor dem Kongress dafür die Verantwortung trägt. Hat sie sich an unsere Grossen 160

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.