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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1924-01-01 · 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923 · p. Seite 156

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
Date
1924-01-01
Page
Seite 156 (sequence 179)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476280--5287-3481432
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mündlich vorgetragen habe, die jetzige Krise herbeigeführt haben und nicht das Versagen des jüdischen Volkes, nicht das Ausbleiben von Rimessen, nicht dass der Keren Hajessod 50.000 Pfund mehr oder weniger aufbringt. Die Ursachen der Krisen sind verschiedenartig, aber hauptsächlich sind sie verschuldet durch das zu grosse und konzentrierte Budget, durch die konzentrierte Aufbringung der Mittel und die daraus entspringende Festlegung der ganzen Wirtschaftsentwicklung in Palästina. Die zu grossen Budgets haben zur Folge gehabt, dass die nichtproduktiven Ausgaben vorangegangen sind, dass diese Leitung Schulen geschlossen und dem kulturellen System Schaden zugefügt hat. Die zu grossen Budgets haben zur Folge gehabt, dass die ganze Einstellung unserer Immigrationspolitik einer Politik des Aufbaues geradezu entgegengesetzt war. Das Postulat, das wir vor drei Jahren aufgestellt haben, dass eine Immigration nur stattzufinden habe in dem Masse, als wir die produktiven Kräfte entwickeln und die Immigranten absorbieren können, ist, trotz des vielen Geldes, das wir nach Palästina gebracht haben, nicht durchgeführt worden und beinahe fünftausend Arbeiter sind nicht nur nicht fest angesiedelt, sondern haben nur eine provisorische Tätigkeit, so dass sie mit 60.000 Pfund pro Jahr das neue Budget belasten werden. Dazu kommen die Immigranten des neuen Jahres, darunter eine Anzahl für die Produktivität des Landes nicht direkt nutzbare Leute, die immer schwerer auf dem Budget lasten und auf die Dauer jedes Budget sinnlos machen werden. In Palästina ist das System der Notstandsarbeiten noch immer gang und gäbe, und dieses System untergräbt nicht allein das ökonomische System des Aufbaues, sondern es ist auch politisch gefährlich, weil Leute, die nur bei Notstandsarbeiten beschäftigt sind, gegenüber der Mandatarmacht kein politisches Argument darstellen. Wenn gesagt wird, dass wir bisher keine ökonomische Immigration, sondern eine politische geführt haben, so sage ich darauf: Dann haben wir, wie vorauszusehen war, drei Jahre lang nichts Wesentliches zum Aufbaue Palästinas beigetragen. Dieses System der Notstandsarbeiten und des Nichtabsorbierens der Immigranten führt auch dazu, dass das prächtigste Menschenmaterial, das es je in einer Kolonisation gegeben hat, demoralisiert und für den Aufbau ungeeignet gemacht wird. Daraus resultiert eine zweite Forderung, nämlich die Priorität der Ausgaben. Es ist vor zwei Jahren von dieser Tribüne aus der Satz geprägt worden: Alle Ausgaben in Palästina sind nationale Ausgaben, alle sind heilig und wir kennen keine Priorität. Hoher Kongress! Die Priorität, die uns bis jetzt fehlt, ist der Grundstein eines gesunden ökonomischen Aufbaues. Nicht alle Ausgaben sind uns heilig, weil nicht alle Ausgaben denselben Effekt für die Entwicklung der produktiven Kräfte im Lande haben. Produktivität ist nicht Rentabilität. Weil so viel Unfug mit dem Begriffe der Rentabilität und der Privatwirtschaft gegenüber der Produktivität getrieben wird, möchte ich die Priorität der Ausgaben an zwei Beispielen erläutern. Das erste Beispiel ist die Priorität des landwirtschaftlichen Budgets, und da haben wir die Versuchsstation. Sie ist kein privates Unternehmen, es gibt keine 156

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