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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1924-01-01 · 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923 · p. Seite 155

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
Date
1924-01-01
Page
Seite 155 (sequence 178)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476280--5286-3481431
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mässigkeit, sondern eine Frage der Verantwortlichkeit. Es wäre verkehrt, in der Frage der Jewish Agency ein Kompromiss zu schliessen. Ich verwerfe die Jewish Agency, aber wenn keine andere Leitung präsentiert wird, so akzeptiere ich die Jewish Agency, um die Leitung zu behalten. Wenn ich das aber tue — und das scheint mir vernünftig zu sein — so glaube ich, dass es verkehrt ist, für die Zukunft der Jewish Agency mitverantwortlich zu sein, und ich glaube, dass es richtig ist, zu kapitulieren, aber um die Jewish Agency nur so auszugestalten, wie die Leitung wünscht, damit sie die volle Verantwortlichkeit für die Ausführung der Sache tragen kann. Wäre eine andere Leitung da — und ich glaube, dass man dies hier bei der Generaldebatte aussprechen darf, — dann glaube ich, dass man nur abzuwägen hätte, was die neue Leitung bringt. Wäre es, dass eine neue Leitung eine Reform unserer Wirtschaft in Palästina, eine Aenderung des Systems der Geldaufbringung und des Geldausgebens bringen würde, dann würde ich die neue Leitung ohne Jewish Agency in der jetzigen Konstellation vorziehen. Es scheint mir aber, dass diese neue Leitung nicht da ist. Es scheint mir, dass selbst die Opposition gegen die Jewish Agency unter dem Einflüsse jener Elemente in der Bewegung steht, die die Sanierung und Reorganisation der Palästinaarbeit immer bekämpft haben. (Zustimmung.) Wenn - das so ist, dann sage ich, es hat keinen Zweck, Aenderungen vorzunehmen, denn ich weiss genau, was die jetzige Leitung uns gibt und nicht gibt, ich weiss, dass sie immerfort ihre Ansichten ändert, während ich von der anderen Leitung nur weiss, dass sie die Jewish Agency nicht haben will, dass sie aber jene Wege der Dezentralisation und Erhöhung der Produktivkräfte des Landes und dadurch der Gewinnung neuer Kräfte nicht beschreiten will. In diesen Bruderkrieg möchte ich mich also nicht mischen, möchte die bestehende Leitung und unseren bisherigen Präsidenten Weizmann unterstützen, seine Jewish Agency akzeptieren, aber ohne Kompromiss und nur so, dass er erklärt, für diese Jewish Agency trage er die volle Verantwortung. Es gibt aber noch eine Möglichkeit und die ist, dass Professor Weizmann nach der Waffe der Jewish Agency gegriffen hat, um den Kreis der Routiniers und des Systemlosen zu durchbrechen. Ich habe noch nicht die feste Ueberzeugung, dass Professor Weizmann an dieser Meinung festhalten wird, aber diese Möglichkeit wäre meines Erachtens die glücklichste. Ich glaube, dass die Leitung sich bewusst sein muss, dass, wenn man ihr die Jewish Agency gibt, wie sie dies haben will, sie den Bogen nicht erst jetzt, sondern schon seit einigen Jahren stark gespannt hat und dass sie moralisch verpflichtet ist, zu einer Reorganisation auch in Palästina zu gelangen, und dass die Heranziehung neuer Kräfte nicht allein darauf zielen muss, Geld hereinzubringen, sondern auch dazu benützt werden muss, ein neues System unserer Arbeit einzuführen, eine Verwaltung nach richtigen Begriffen durchzuführen und zu reorganisieren und unsere ganze Politik auf die Entwicklung der produktiven Kräfte im Lande einzustellen. (Zustimmung.) Ich will kurz betonen, dass die Ursachen, die ich wiederholt schriftlich und des öfteren hier 155

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