Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 153 (sequence 176)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/3476254-3476280--5284-3481429- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Sie werden mich doch nicht im Verdacht haben, dass ich auch nur das Geringste von den zionistischen Prinzipien aufgeben will, und ich kann Ihnen versichern, dass die neu hinzukommenden Kräfte uns helfen werden. Aber wir müssen für unsere Bewegung ein grosses und starkes Reservoir haben. Weil wir stark sind, kommen jetzt die Marshalls und andere zu uns. Wenn wir in der Zukunft genug stark sein werden, werden sie niemals über uns Herren werden. Sie werden nur ihre Kräfte bei uns verwenden. Geehrte Gesinnungsgenossen! Seien Sie sich dessen bewusst, dass mehrere Millionen Juden auf diesen Kongress schauen und von ihm neue Impulse, eine neue Welle der Begeisterung erwarten. Damit unsere Arbeit in Amerika gelinge und fortschreite, muss der Kongress seine Schönheit bewahren. Die jüdische Welt ist halb zerstört, sie sucht nach einem Stück Feiertag und findet ihn in unserer Idee, in unserem Kongress. Nach dem Feiertag wollen wir für uns allein Issru chag machen. Aber hüten wir uns, diesen Feiertag zu entweihen. (Lebhafter Beifall.) Sekretär Dr. Löwenstein macht Mitteilungen über den Zusammentritt verschiedener Kommissionen, Landsmannschaften und Fraktionen. Die nächste Sitzung findet um 4 Uhr statt. (Schluss der Sitzung um 1 Uhr 45 Min. nachmittags.) 7. Sitzung Donnerstag, den 9. August 1923. Beginn: 4 Uhr 20 Minuten nachmittags. Vizepräsident Lipsky: Die Sitzung ist eröffnet. Die eingetragenen Redner, die aufgerufen werden und nicht anwesend sind, werden von der Rednerliste gestrichen. Zum Worte gelangt Herr Lipszyc. (Nach einer Pause:) Herr Lipszyc ist im Saale nicht anwesend. Das Wort hat Herr de Lieme. Delegierter Nehemia de Lieme (Holland, deutsch): Herr Präsident! Hochverehrter Kongress! Wir müssen zunächst feststellen, dass der Zeitraum zwischen dem XII. und XIII. Kongress eine sehr bedeutsame Periode war. Es fällt in diese Zeit die Erklärung von Mr. Churchill und die Lostrennung von Transjordanien im Gegensatze zu den Bestimmungen des Mandats. Das Mandat sieht vor, dass für Transjordanien nur bestimmte Bedingungen des Mandats ausser Kraft gesetzt werden können; es scheint aber nicht berechtigt zu sein, eine vollständige Lostrennung vorzunehmen. Politisch bedeutsam ist diese Zeitperiode auch in dem Sinne, dass jetzt in Palästina von einer nichtliberalen Regierung eine liberale Kolonialpolitik verfolgt wird. Wenn man all dies sich vor Augen 153