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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1924-01-01 · 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923 · p. Seite 151

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
Date
1924-01-01
Page
Seite 151 (sequence 174)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476280--5282-3481427
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der Lehrer nur einen halben." Und jetzt hat sich das Verhältnis geändert, heute ist ein Lehrer soviel wie zwei Schneider. Wo vor zwei Jahren 20 Kinder hebräisch gelernt haben, lernen es jetzt 100. Sie sehen also, meine Herren, dass seit dem letzten Kongress in Amerika etwas geschehen ist. Im Senat und Repräsentantenhaus des amerikanischen Parlaments wurde der einmütige Beschluss zugunsten der Bestätigung der Balfour- Deklaration durchgesetzt. Wer w.eiss, ob nicht auch der Schwerpunkt der politischen Position ebenso wie der finanzielle Schwerpunkt der Bewegung über den Ozean hinüberwandert. Die erwähnte Resolution, die!bei manchen jüdischen Gemeinden sehr schwer und bei vielen Regierungen überhaupt nicht durchzusetzen gewesen wäre, ist im amerikanischen Parlament möglich gewesen. Und das haben nicht unsere Grossen gemacht, das war die Wirkung unserer Massen und das war ein grossartiges Zeichen für die wachsende Kraft des amerikanischen Zionismus. Was können wir in Amerika ausrichten? Ich kenne die Frage ein wenig und kann Ihnen sagen, dass New York allein Palästina zweimal aufbauen kann. Das Problem ist nur: Wie kommt man an die New Yorker Juden heran? Wir haben bei uns viele wunderbare Sachverständige über die Frage, wie man das Geld ausgeben soll, aber darüber, wie man das Geld hereinbringt, spricht man gar nicht. Offenbar hat man die Auffassung, es ist eine ganz einfache Sache: wenn man das Geld braucht, schickt man eben einen Laufburschen es einkassieren, oder man schickt den Präsidenten der Organisation nach Amerika. Aber die Aufbringung des Geldes ist keine so einfache Sache. Es ist eine Frage der Begeisterung, des lebendigen Gefühles, der innerlichen Ergriffenheit. Wenn man das zionistische Gefühl nicht zu vertiefen vermag, wenn man das Herz des jüdischen Volkes nicht gewinnt, dann wird man kein Geld bekommen. Wir müssen unsere Beziehungen zum amerikanischen Judentum auf eine bessere E^asis stellen, wir müssen in ihren grauen Alltag ein wenig Feiertag hineinbringen. Dies ist die wichtigste Frage dieses Kongresses. Und nun komme ich zur Person Chaim Weizmanns. Ich erkläre hier offen, dass ich Schulter an Schulter mit ihm gehe, und wenn man ihn absetzt, werde auch ich die Arbeit verlassen. Aber meine Freundschaft für Weizmann kann mich doch nicht hindern, die Wahrheit zu sagen, aus Furcht, man könnte mich der Parteilichkeit verdächtigen. Ich bin mit Weizmann zusammen sechs Monate in Amerika gewesen und habe seiner Arbeit zugesehen. Er hat eine geradezu übermenschliche Leistung vollbracht. Von den 24 Stunden, die er zur Verfügung gehabt hat, hat er für sich nicht einmal Maasser gelassen. Und nicht nur er allein hat gearbeitet, er hat auch die anderen zur Arbeit gezwungen, und es gab viel zu arbeiten. Sogar die Anleihe von Tel Awiw ist nicht durch die amerikanische Bank, sondern durch zionistische Arbeit aufgebracht worden. Ich bedaure, dass so wenige hier sind, die diese Arbeit mitangesehen haben. Ich erinnere an die erste Versammlung im Astorhotel und die Rede Marshalls. Ich habe noch nie eine so national empfundene und national begründete Rede gehört, und gerade diese Rede hat auf die 151

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