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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1924-01-01 · 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923 · p. Seite 150

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
Date
1924-01-01
Page
Seite 150 (sequence 173)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476280--5281-3481426
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grosse Rede Grünbaums angehört und ich habe den Eindruck, dass es sich gar nicht um die Frage der Jewish Agency handelt, sondern um andere Ursachen, die vielleicht, falls es keine Jewish Agency gegeben hätte, eine andere Sache heraufgetrieben hätten, um dieselben Reibungen zu erzeugen. Wir sollten untersuchen, ob diese Frage so entscheidend ist, oder ob es noch andere Punkte gibt, über die man nicht spricht, und wenn es solche andere Punkte gibt, so sollten wir sie aufdecken. Wir haben keinen Grund, etwas zu verhüllen. Zu Grünbaums Rede muss ich daran erinnern, dass wir es waren, die vor zwei Jahren hier den Kampf geführt haben gegen die mechanische Auffassung des Zionismus, welche zwischen Zionismus und j ü d i is c he m Nationalismus scheiden wollte. Und heute kommt Grünbaum im Namen derselben Prinzipien, für die wir gekämpft haben, und verteidigt sie gegen uns. Daher muss doch der Schwefpunkt anderswo liegen. Ich glaube, es liegt daran, dass wir uns zu schöne Vorstellungen gemacht haben, und dass ihnen die Wirklichkeit nicht entsprechen kann. Auch unsere Kongresse können heute nicht mehr so schön sein wie der erste Kongress. Wenn wir über die zionistische Bewegung sprechen, so müssen wir verstehen, dass es die Vorsehung gewesen ist, die das amerikanische Judentum hat entstehen lassen, damit es in diesem Moment die grosse Aufgabe erfüllen kann. Man kann sagen, dass die Amerikaner nicht um ihrer Verdienste willen in das Dollarland gekommen sind, und dass die polnischen Juden keine Schuld daran hätten, dass die polnische Mark so gefallen ist. Da haben grössere Kräfte ihre Hand im Spiele gehabt. Man kann es nennen, wie man will, Vorsehung oder Geschichte. Aber ich weiss nicht, wie wir aussehen würden, wenn nicht die Entdeckung Amerikas durch Kolumbus einerseits und die Pogrome in Russland andererseits gewesen wären. Die russischen Juden, die nach Amerika gekommen sind, sind dem Einfiuss zweier Kräfte ausgesetzt worden: einerseits dem assimilatorischen Judentum, andererseits den organisierten jüdischen Arbeitern. Zwischen diesen ist eine Mittelklasse geblieben, welche nach neuen Wegen sucht und auf revolutionärem Wege das amerikanische Judentum zu neuem Leben und zu nationalen Bestrebungen bringen will. Das ist der Prozess, der jetzt in Amerika vor sich geht. Es ist nicht richtig, wenn S i e sagen, dass wir, die wir zum amerikanischen Judentum gekommen sind und Reden gehalten haben, vor allem von Geld geredet haben. Das ist ein Irrtum. Wenn Sokolow und W e i z m a n n und ich vor amerikanischen Juden geredet haben, haben wir vor allem vom Wesen des Volkstums, von der nationalen Bewegung gesprochen, und wir haben dort jetzt eine schöne Organisation. Gott gebe es, wir hätten überall eine solche Bewegung wie in Amerika. Als ich vor 17 Jahren in Amerika die Lehrer zusammenrief, ihnen sagte, dass unser grösster Feind der Am-haarez ist, und an sie die Frage stellte, warum sie so wenig für die jüdische Erziehung und die hebräische Sprache tun, hat mir einer der jüdischen Lehrer geantwortet: „Bei uns misst man alles mit dem Dollar. Der Lehrer ist ein halber Schneider, das heisst, wenn ein Schneider einen Dollar verdient, verdient 150

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