Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 149 (sequence 172)
- Language
- German, English, Hebrew
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soll nicht angetastet werden. Wir werden einen Weg dazu finden. Es ist mir ein grosses Vergnügen, dass gerade ein Mitglied unserer kleinen Landsmannschaft, Herr Dr. Thon, die Initiative ergriffen hat, um die Gegensätze auszugleichen und zu einer Einigung zu kommen. Wir hoffen, dass seine Bemühungen Erfolg haben werden. Trotzdem wollen wir uns der Kritik, soweit sie notwendig ist, nicht enthalten. Unsere Arbeit hat sich mit dem Kriege sehr geändert. Vor dem Kriege war .unsere ganze Arbeit auf Propaganda gerichtet. Unser grösster Erfolg war, wenn es uns gelang, neue Schekelzahler zu gewinnen und die Bewegung wachsen zu sehen. Seit der Balfour-Deklaration haben wir begonnen, grosse Politik' zu führen und haben die Propaganda vernachlässigt. Der Zionismus als Idee, als Hoffnung, als Ideal ist tausendmal stärker geworden, und dennoch ist die Organisation nicht in entsprechendem Masse gewachsen. Wir haben die einfache zionistische Propaganda, die Schekelpropaganda vernachlässigt. Wir haben vergessen, dass, wer als Schekelzahler angeworben wird, auch für den Keren Hajessod gewonnen ist. Das kann alles noch gutgemacht werden. Von diesem Kongress soll wieder die propagandistische Parole ausgehen, wie sie vom ersten Kongress ausgegangen ist. W7ir wollen das jüdische Volk gewinnen, wir wollen alle Kräfte anwenden, um die Zahl der Schekelzahler zu vergrößern. Wir müssen gestehen, dass dieser Kongress hier nicht der richtige Ausdruck der zionistischen Idee in der Welt ist. Ich wende mich zum rechten und zum linken Flügel des Kongresses. Wir haben auf beiden Seiten im Volk die erbittertsten Gegner des Zionismus. Auf der einen Seite die Agudas Jisroel, auf der anderen Seite den „Bund44, der eine rote Assimilation einführen will. Deshalb rufe ich unsere Fraktionen auf, unsere Rechte und unsere Linke: die Rechte soll unter der Orthodoxie, die Linke unter den Sozialisten für den Zionismus Propaganda machen. Hier gibt es noch ein ungeheures Feld. Dies ist die eigentliche Aufgabe der rechten und der linken Parteien. Wir müssen den Fraktionsschekel abschaffen und einen einheitlichen Schekel schaffen. Es ist richtig, was Ussischkin sagte, dass Menschen die Finanzen machen. Aber diese Finanzen machen dann eben wieder Menschen. Zuerst muss man im Golus Menschen suchen, Zionisten, dann werden wir das nötige Geld haben und durch das Geld wieder Menschen. Wir erwarten, dass der Kongress durch die Einführung eines einheitlichen Schekels frisches Leben in die Zionistische Organisation bringen wird. Es ist unser inniger Wunsch, dass wir geeinigt und gestärkt aus diesem Kongress herausgehen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Mitglied des A. C. Dr. Schmarja Levin (jüdisch): Geehrter Kongress! Man hat hier eine Scheidelinie gezogen zwischen dem Präsidenten und den anderen Mitgliedern der Exekutive. Und da dies unwidersprochen blieb, so muss ich wirklich annehmen, dass sämtliche Mitglieder der Exekutive auf der anderen Seite stehen. Ich habe mit grosser Aufmerksamkeit die Reden der Verteidiger des Präsidenten und auch die 149