Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 147 (sequence 170)
- Language
- German, English, Hebrew
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bringen und die Heimstätte aufzubauen? Und glauben Sie, die Araber werden so lange warten, und glauben Sie nicht, dass die englische Regierung den Scheck, den wir ihr gegeben haben, uns eines Tages zurückschicker wird? Die Fortsetzung dieser Politik ist keine nationale Politik, sondern ein Herabzerren unserer grossen herrlichen Idee zur alten Chowewe Zion-Bewegung. (Beifall.) Man spricht soviel von der nationalen Arbeit, von der Kraft des jüdischen Volkes, das aus sich allein heraus alle Mittel schöpfen wird. Wer.hat Sie gehindert in diesen drei Jahren, diese Kräfte zu suchen und zu sammeln, wer hat Sie gehindert, diese Kräfte zu holen? Ich würde es verstehen, wenn eine Landsmannschaft, die ihre Pflicht erfüllt und grosse günstige Resultate erzielt hat, eine intransigente Haltung zur Frage der Erweiterung der Jewish Agency einnimmt. Diese Herren kannten sagen: Schaut her, das haben wir mit Anspannung aller Kräfte geschaffen, nehmt Euch ein Beispiel an unserer Arbeit; wenn alle so arbeiten würden, würden wir beweisen, dass wir allein imstande sind, Palästina aufzubauen. Aber wo gibt es.eine Landsmannschaft, die das von sich behaupten kann? Und ist das ein Beweis von Stärke und Kraft, wenn wir einen oftmals gefassten Beschluss heute wiederholen müssen, den Beschluss, dass kein Mandatar oder Delegierter auf dem Zionistenkongress sein darf, der seiner Keren Hajessod-Pflicht nicht Genüge geleistet hat? Was heisst dieser Beschluss-? Dieser Beschluss heisst: Wer seine Pflicht gegenüber dem Keren Hajessod nicht erfüllt, kann nicht Delegierter werden, aber er bleibt Zionist. Ist das nicht ein Testimonium paupertatis, ein schauerlicher Beweis unserer Sterilität? Jeder Zionist hat seine Pflicht zu erfüllen, nicht nur der, der ein Ehrenamt bekleidet. Es wird ferner gesagt: Das Geld wird Palästina a-national machen. Geld kann einzelne Menschen kaufen, aber keine Nation. Erinnern Sie sich, dass Sie in einem Lande zu Gaste weilen, wo die überwiegende Majorität der Bevölkerung durch Jahrhunderte in nationaler Knechtschaft war. Alle Machtmittel des Staates und die ungeheuersten Geldmittel, die durch Jahrhunderte in dieses Land hineingeworfen wurden, haben nicht dazu geführt, dieses Volk zu beugen. Und Geld soll unsere Chaluzim, unsere Pioniere, die getragen sind von dem ganzen Hochgefühl nationaler Begeisterung und die erfüllt sind von ihren grossen Zielen, a-nationai machen? Liegt darin nicht eine schwere Kränkung dieser Menschen? Und dieses Geld, respektive die Möglichkeit des Zusammenarbeitens mit nichtzionistischen Kreisen soll die Gefahr in sich tragen, dass wir entzionisiert werden. Wenn das wahr wäre, so sässen wir heute nicht hier beisammen, dann wären wir 14 Mann in Wien und 50 in Kiew und 100 in Odessa, wie es in den Achtziger- und Neunzigerjahren war. Wir wären nicht so gewachsen. Wir haben nicht gefürchtet, dass die anderen stärker sind als wir. WTir haben gesiegt, wir sind nie unterlegen. Glauben Siedoch an die eigene Kraft, die uns von Erfolg zu Erfolg geführt hat! Ohne Selbstvertrauen erreicht man nichts, und schwingen Sie sich auf aus diesem Circulus vitiosus von Tradition und Furcht, den Versuch nicht zu unternehmen, neue Menschen zu erfassen. Versuchen Sie es, glauben Sie an ihre eigene 10* 117