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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1924-01-01 · 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923 · p. Seite 146

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
Date
1924-01-01
Page
Seite 146 (sequence 169)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476280--5277-3481422
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oder aus Prinzipienreiterei oder aus welchen Motiven immer wiederholt. Ihr höhnt uns, dass wir es waren, die immer geglaubt haben: wir Zionisten werden allein die Arbeit machen. Ja, so dachten wir auch noch vor drei Jahren. Inzwischen haben wir Erfahrungen gesammelt, inzwischen hat sich unsere Erkenntnis gewandelt. Es gibt ja keine objektive Erkenntnis, keine objektive Wahrheit; was heute wahr ist, ist morgen unwahr. Wenn die Menschen immer so dächten und bei ihrer primären Erkenntnis blieben, wo wären wir heute? In den Uranfängen, in Eishöhlen und Pfahlbauten würden wir hausen. Das ist der Fortschritt der Menschheit, und wenn wir Erkenntnisse und daraus neue Kräfte schöpfen, so ist das keine Schwäche, sondern Stärke, und kein Verrat und Aufgeben, sondern ein Vorwärts- und Aufwärtsschreiten. Es wurde behauptet, die Erweiterung der Jewish Agency würde dazu führen, unsere Organisation zu zertrümmern und die ganze Bewegung zu liquidieren. Als einer derjenigen, die auch mit dabei waren, als der Kongress geschaffen wurde, kann ich Ihnen die Versicherung geben, dass keiner unter uns vor 27 Jahren daran gedacht hat, dass unser Ziel der Zionistenkongress sei. Er war nur unser Instrument. Er ist nur ein Mittel zur Erreichung des Zieles, und wenn es andere Wege gibt, ein gestecktes Ziel zu erreichen, so muss man diese Wege beschreiten. Sie haben selbst gesehen, dass wir ohne Kongress im Jahre 1917 die Balfour-Deklaration erhalten haben. Aber um bei London zu bleiben: als ich im Jahre 1920 als Referent der politischen Kommission das Referat erstattete, erwiderte ich auf die Anwürfe, die gegen den Mandatsentwurf erhoben wurden, dass das Mandat ungenügend wäre, es wäre nicht das, was wir erstrebt haben, — und ich sagte: der Judenstaat ist es nicht, aber er kann es werden. Wenn wir die Politik fortsetzen, die wir bis heute gemacht haben, und ich an eine ähnliche Stelle gesetzt werden würde, könnte ich diese Worte nicht mehr wiederholen, ich müsste das Wort Herzls wiederholen, das er gesagt hat, als ihm ein Chowewe-Zionist sagte, er möge seine Bedenken aufgeben- und die Kolonien unterstützen: „Sie wollen jüdische Kolonien, ich will das jüdische Reich." Es klingt paradox, ist es aber nicht, wenn ich behaupte: das, was Sie wollen, die Fortsetzung, die Kontinuität der bisherigen Taktik ist defaitistisch und führt zur Verflachung und Verkrümmung der zionistischen Bewegung. W7as .wir wollen ist: neue Menschen und neue Kräfte, und das ist national. (Beifall.) Ich werde Ihnen das beweisen. Wir haben in zweieinhalb Jahren 2G.000 Menschen nach Palästina gebracht. Wenn Sie nicht vergessen, dass diese 20.000 keineswegs versorgt sind, dass die Wenigsten Grund und Boden haben, um davon zu leben, so müssen Sie sich sagen: Bei der Stabilität unserer Geldeingänge werden wir kaum imstande sein, in den kommenden Jahren jährlich weitere zehntausend hinzubringen, weil wir die vorhandenen Menschen ernähren müssen. Aber zugegeben, unsere Mittel werden wachsen, wir werden die zwanzigtausend Vorhandenen unterstützen und jedes Jahr neue zehntausend hineinbringen; ja, wieviel Jahrhunderte brauchen Sie dazu, um nur Trümmer unseres Volkes hinüber zu 146

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