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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1924-01-01 · 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923 · p. Seite 145

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
Date
1924-01-01
Page
Seite 145 (sequence 168)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476280--5276-3481421
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wenigen zehntausend Juden, die aus dem babylonischen Exil hinausgewandert sind, geschaffen wurde, so werden wir Zionisten allein aufbauen, wir, die wir die Idee geschaffen haben, die Organisation, die sich die Achtung und die Anerkennung der Welt errungen hat. Keiner von uns dachte einen Augenblick daran, dass unsere Kraft versagen werde, und ich erinnere jeden, der an dieser Konferenz teilgenommen hat, an den feierlichen, erhebenden Augenblick, als wir den Keren Hajessod beschlossen und als alle Führer der zionistischen Verbände Treueschwüre geleistet haben. Wir haben damals ein Budget von 25 Millionen Pfund für fünf Jahre angenommen. Drei Jahre sind ins Land gegangen, drei Jahre voller Erfolge. Das Mandat ist bestätigt worden, wir sind ein politischer Faktor geworden. Wo stehen wir aber? Aus den fünf Millionen jährlich wurde ein Zweimillionenbudget, dann ein Einmillionenbudget und zum Schlüsse, wenn Sie alle Summen, aus welchen Quellen immer sie fliessen mögen, zusammenrechnen, so werden Sie finden, dass unsere jährliche Leistung über 500.000 Pfund nicht hinausgekommen ist. Und so mussten wir uns einschränken und so musste unser Budget gedrosselt werden, unsere Lehrer mussten daran glauben, unsere Beamten haben es gespürt, die Chaluzim haben es gespürt, die Hadassah wurde restringiert, und statt der grosszügigen imposanten Bodenpolitik haben wir ein schmähliches Surrogat gesetzt und uns gefreut, wenn hie und da ein Stück Land gekauft wurde. Wir haben finanziell gänzlich versagt. Dieses finanzielle Versagen birgt noch ein anderes Risiko, hat noch eine andere Gefahr in sich, das ist. die politische Gefahr. Unsere politische Situation ist in diesen drei Jahren nicht stärker geworden, im Gegenteile, einerseits durch unsere Schuld, durch unser finanzielles Versagen, andererseits durch Umstände, die weit ausserhalb unseres Machtbereiches liegen. Die Welt ist rauher und härter geworden, der Hass ist stärker geworden, die Idee der Völkerversöhnung hat nicht Wurzeln geschlagen in den Herzen der Völker, im Gegenteile, sie sind von Hass gegeneinander erfüllt. Unsere Galuthgeschichte lehrt uns, dass solche Zeiten stets schlimme Zeiten für die Juden waren und sind, sowohl für den einzelnen wie für das Volk und für die ganze Sache. Und heute konnten Sie aus dem Munde des Herrn K a p 1 a n s k y hören, welch mächtige politische Agitation in London gegen die Palästinapolitik der englischen Regierung geführt wird. Heute konnten Sie hören, dass die öffentliche Meinung für uns verloren gegangen ist. Man tadelt das und sagt, es wäre ein Fehler, dass die Exekutive das nicht verhüten konnte. War das ein Fehler? Hat sie es nicht verhütet, weil sie es nicht verhüten wollte oder weil sie nicht die Kraft und die Menschen hatte? Es ist richtig, was Weizmann gesagt hat, wir müssen uns eine Rückendeckung schaffen, neue Menschen und neue Kräfte suchen, welche diese politische Agitation gegen uns paralysieren, die öffentliche Meinung wiedergewinnen können. Man höhnt uns und sagt, dieser Versuch, neue Kräfte und neue Menschen zu gewinnen, wäre eine Flucht und eine Schwäche. Nein, das ist nicht Schwäche, das* ist Stärke. Stark ist der Mann, der einen Irrweg erkennt und bekennt, und Schwäche ist es, wenn man Fehler aus Tradition 10 145

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