Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 144 (sequence 167)
- Language
- German, English, Hebrew
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Zionismus, dann schaffen wir eine Immigration, dann bauen wir das Heim der jüdischenArbeit auf. (Lebhafter Beifall.) Delegierter Dr. Isidor Schalk (Oesterreich, deutsch): Hoher Kongress! Die österreichische Landsmannschaft hat mich beauftragt, ihr Sprecher in der Generaldebatte zu sein. Um jedem Missverständnis vorzubeugen, muss ich' aber vorwegs erklären, dass die österreichische Landsmannschaft keine einheitliche Meinung hat. Was ich spreche, ist der Ausdruck der Willensmeinung der Majorität der österreichischen Landsmannschaft, Ich habe keineswegs die Absicht, das gesamte Arbeitspensum, wie es uns in den Berichten vorliegt, zu besprechen. Dazu fehlt es an Zeit und mir auch an Kraft. Ich habe lediglich von meiner Landsmannschaft den Auftrag bekommen, bekanntzugeben, ob diepolitischenRichtlinien der Exekutive mit unseren politischen Anschauungen übereinstimmen, ob wir in der Lage sind, der Exekutive die Decharge zu erteilen; ich habe bekanntzugeben, wie unsere Stellung ist zur Frage, ob die J e w i s h Agency zu erweitern ist; und ich erfülle diesen Auftrag durch eine ganz klare, eindeutige Antwort, ohne erst nach Formen und Formeln zu Sucher, indem ich sage, die österreichische Landsmannschaft erkennt, dass ihrs politischen Anschauungen mit den politischen Richtlinien der Exekutive übereinstimmen/ (Lebhafter Beifall.) Sie ist daher in der Lage, der Exekutive die Decharge zu erteilen und insbesondere den Präsidenten ihr vollstes und uneingeschränktes Vertrauen zu votieren. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Die österreichische Landsmannschaft erklärt weiterhin, dass sie die Frage, ob die Jewish Agency zu erweitern ist, bejaht. (Beifall.) Und nun gestatten Sie, dass ich mit ganz kurzen Worten — ich werde Ihre Geduld nicht lange in Anspruch nehmen — unsern Standpunkt präzisiere. Als wir im Jahre 1920 zur Jahreskonferenz in London zusammentraten, fanden wir eine Situation vor, eine Situation, die wir wohl durch alle Jahre erstrebt und erhofft, aber niemals in so reeller Wirklichkeit erwartet haben. Zwei Männern war es gelungen, das reale und nicht das imaginäre Fundament für das nationale Heim zu legen. Diese Tat sichert diesen zwei Männern Ünsterblichkeit, und es schmerzt mich, dass ich diese Banalität in diesem Kongressaale sagen muss; es schmerzt mich, weil ich erkenne, wie kurzlebig wir Zionisten mit unserer Erinnerung und wie langfristig wir in unserer Kritik sind. Diese zwei Männer haben* das Fundament gelegt ohne Kongress, ohne Landsmannschaften und Föderationen, allein, mit eigener Arbeit und nur unterstützt von einigen Wenigen. Noch blutend von allen Wunden, die uns der Krieg geschlagen hat, waren wir in London zusammengekommen, aber nicht zitternd und deprimiert von der grossen Aufgabe, vor die wir gestellt waren, sondern im Gegenteil erhoben und getragen von der Wichtigkeit und Höhe der Probleme und der Pflichten, die uns nunmehr zugefallen waren. Alle, soweit wir auch in den einzelnen Fragen verschieden waren, waren wir eines Sinnes: Wir Zionisten werden dieses grosse Werk schaffen, wir Zionisten allein; so wie der zweite Judenstaat nur von einigen 144