Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 143 (sequence 166)
- Language
- German, English, Hebrew
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soll das Gewissen des Kongresses reagieren auf diese Tatsachen, die' den Zionismus kompromittieren uhd uns aus Palästina treiben. Ich habe heute derartige Tatsachen bereits im Aufsichtsrat der Kolonialbank vorgebracht, aber ich will einige auch hier erwähnen. In Kirjath Schmuel haben einige Herren Anleihen von der Jüdischen Hypothekenbank bekommen. (Rufe: Namen!) Ich halte in der Hand eine Liste von neun Personen, die auf eine Arbeit Anleihen im Betrage von 4000 Pfund erhalten haben, und bei ihren Bauten beschäftigen diese Herren 5 bis 10 Prozent jüdische Arbeiter. Und da gibt es noch R o m e m a h und die Schechunath Ramban, wo jüdische Namen dadurch entheiligt werden, dass mit jüdischen Geldern aus Polen und Amerika Häuser gebaut werden, die von nichtjüdischen Lieferanten und von nichtjüdischen Arbeitern gebaut werden, während für den jüdischen Arbeiter sonst keinerlei Aussichten vorhanden sind. Und das untergräbt den Zionismus. Stehen doch an der Spitze von solchen Unternehmungen selbst Exekutivmitglieder des Misrachi. (Zwischenrufe.) Ja, Mitglieder der Leitung des Misrachi stehen an der Spitze von Romemah, ihnen ist die Tatsache bekannt, und wenn es Euch wirklich um den Poel Misrachi zu tun ist, so sollet Ihr doch trachten, sie, Eure treuen Diener, nicht arbeitslos zu lassen. Es handelt sich da nicht um den Misrachi, aber seine Mitglieder sollen wissen, dass sich an seiner Spitze Menschen befinden, welche den Zionismus durch Nichtbeschäftigung jüdischer Arbeiter untergraben. Und der Kongress soll wissen, dass seine Beamten in der Kolonialbank (ich bin bereit, auf Verlangen des Kongresses Namen zu nennen) sich Häuser ohne jüdische Arbeit bauen, und wenn ein solcher Numerus clausus oder besser Numerus nullus für die jüdische Arbeit in Palästina herrscht, dann frage ich: Was denkt der Kongress darüber? Es muss jedermann klar sein, denn wenn nicht jene unglückselige Prozentnorm gewesen wäre und wenn wir uns mehr an das System gehalten hätten, das in sich die Garantie der Vergrösserng der jüdischen Arbeit in Palästina trägt, wir nicht nur keine Arbeitslosigkeit gehabt hätten, wir nicht nur nicht vor der Gefahr einer Rückwanderung gestanden wären, sondern wir hätten 5000 neue Arbeiter in den nächsten zwei Monaten ins Land bringen können. Dann hätte die Leitung nicht an die Türen der Notabein geklopft, sondern leicht die Herzen und Taschen der jüdischen Massen geöffnet, welche in Palästina das Zentrum einer arbeitenden jüdischen Mehrheit haben wollen. So hängt die schlechte äussere Politik mit unserer Wirtschaft zusammen und der Kongress muss das ändern. Und wenn nicht heute, schein andermal. Er wird es tun müssen, wenn er Palästina nicht mit ein paar reichen, vornehmen Juden besiedeln, sondern zur Wirtschafts- und Arbeitsbasis der jüdischen Volksmassen machen will. Wir sind Freunde der arabischen Arbeitermassen und glauben, dass wir nach einiger Zeit mit ihnen zusammen unsere gemeinsame Freiheit verteidigen werden. Aber wir müssen unsere Politik und Wirtschaft in eine Richtung bringen: nicht gegen die Araber, sondern für unser Wachstum und unsere Arbeit mit den Mitteln, die wir allein von den Juden aller Länder ins Land bringen werden. Dann realisieren wir den 143