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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1924-01-01 · 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923 · p. Seite 141

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
Date
1924-01-01
Page
Seite 141 (sequence 164)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476280--5272-3481417
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gar nichterreicht wird. Man verhandelt über Dinge, die man fordern müsste, und man sucht zu erschmeicheln, worum man kämpfen müsste. Das ist der Fluch des High Commissionertums. Die stolze zionistische Weltbewegung, die Mutter des jüdischen nationalen Befreiungskampfes, welche auch die Juden in Polen, Rumänien, Litauen und anderswo gelehrt hat, für ihr Recht zu kämpfen, führt in Palästina nicht einmal einen solchen Kampf, wie er um die jüdischen Rechte in Polen geführt wird. Der Samuelismus verdrängt den Zionismus, das Englische verdrängt das Jüdische, man beugt sich vor dem High Commissioner und schickt nach all den Beschränkungen Begrüssungen an ihn. Ich habe Gelegenheit gehabt, mich mit neuen Projekten bezüglich •der Regelung der Immigration zu beschäftigen. Das sind neue Schicksalsschläge. Neue Beamte wollen uns den Weg nach Palästina versperren, und neue Auslegungen bezüglich der nicht erwünschten Elemente sollen erfolgen. Das ist das neue Heil, das Samuel gebracht hat oder von seiner letzten Londoner Reise im Jahre 1923 mitbringen wird. Es ist nicht besser als im Jahre 1922 in Palästina. Nicht nur, dass keine Erleichterungen erfolgen, man macht neue Schwierigkeiten. Die englische Regierung, welche uns „hilft", unser National Home aufzubauen, lässt uns für ein Visum mehr als ein Drittel der gesamten Reisekosten bezahlen, während Italien von den Chaluzim nichts verlangt. Und gerade wir, die Heimkehrer in Palästina, müssen Kopfsteuer bezahlen. Und schon hören wir Gerüchte über ein Gesetz, nach dem man Einwanderer wird zurückschicken können. Wer ist schuld daran? Was tut die Leitung dagegen, und wie sollen wir zur Masseneinwanderung gelangen? Das herrschende System im Zionismus hat uns zu all dem gebracht. Der Anfang war schon 1920, als nicht nur die heutige Opposition des Herrn Grünbaum, sondern die Leitung den Wert einer grossen Einwanderung nicht begriff. Wenn Sie vor vier Jahren unsere Forderungen angenommen hätten (Zuruf: Welche?), hätten wir heute 200.000 neue Menschen in Palästina und das hätte Mut und Geld geschaffen. (Zuruf: Sie wären arbeitslos!) Ja, es ist möglich, dass wir dann nicht 2000, sondern 50.000 Arbeitslose gehabt hätten, die hätten aber 250.000 Verwandte in Amerika und Europa aufgerüttelt und das Volk zum Kampf gegen die Arbeitslosigkeit und für die Vergrösserung der Wirtschaft in Palästina gewonnen. Massen geben für politische Siege nur Beifallsjubel her, aber für die reale Not von 200.000 Menschen, für 50.000 Arbeitslose wäre die Hilfe nicht kleiner gewesen als für Russland. (Zurufe. Gelächter.) So wäre es gewesen und Sie hätten dann nicht gelacht und nicht mit einer Handbewegung die Masse ni m m i g r a t i o n abgetan, die allein die ökonomischen Aufnahmsrnoglichkeiten in Palästina vergrössern und politisch eine günstige Lage sichern kann. Jetzt haben wir grossen Kummer und eine kleine Einwanderung und wir sind verantwortlich dafür (Zwischenruf Dr. Weizmanns: Wem sind Sie veranwortlich?) jenem grossen, beispielgebenden, voranschreitenden Arbeiterelement, welches wir für Palästina erzogen haben, dessen Sie sich in Reden in Amerika rühmen, von dem Tausende ohne Recht auf Einwanderung und Arbeit bei Palästina ausgeharrt haben. Ich- 141

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