Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 139 (sequence 162)
- Language
- German, English, Hebrew
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der Chaluzim geschaffen wird. Nicht mit Sympathien und freundlichen Worten auf Meetingen und Banketten kann das Recht und die Ehre erkauft werden, beim Aufbau. Palästinas ein Wort mitzusprechen. Wir zwingen uns, mit Blut und Schweiss ein reales und wirkliches Palästina aufzubauen, wir leben schon in der Stimmung der Arbeit und der Arbeitslosigkeit in Palästina. Können wir denn einer politischen Fanfarenpolitik zuliebe unseren realen Zionismus für „Vielleicht- Z i o n i s m u s", reale Zionisten für „Vielleicht-Zionisten", das wirkliche leidvolle Palästina für ein stimmungsvolles „Vielleicht-Palästina" vertauschen? (Zuruf: Ihr seid doch „Vielleicht-Sozialisten"! Zuruf Dr. Gottliebs: Ihr seid doch bei den WTahlen in Polen mit den P. P. S. gegangen!) Ja, wenn wir selbst bei den Wahlen in den polnischen Sejm mit den P. P. S. gegangen wären, so hätten wir es doch mit guten polnischen Sozialisten zu tun gehabt. Und hier auf dem Kongress wollen wir es mit echten Zionisten zu tun haben. Wir wollen von dieser Tribüne es unaufhörlich wiederholen und es nochmals denjenigen sagen, die heute schon oppositionelle Reden gehalten und doch wie vor drei Jahren gesagt haben: „Wrir können warten". Wir aber sagen: „Wir können und wollen nicht warten!" Wir fordern vom Kongress schon vier Jahre lang: Bauet auf! Erziehet das Volk für den Aufbau! Uebertönt nicht mit falschen Messiasen, unter englischen Namen und mit der heutigen oder seinerzeitigen demokratischen Fraktion unsere wirklichen Sorgen!" Und weil wir nicht warten wollen und keine übermässige Geduld haben wollen, suchen wir, Herr Präsident, den kürzesten Weg zum Ziel, von dem Sie reden. Glauben Sie uns, dass wir wahrhaftig den kürzesten Weg mit den kleinsten Opfern suchen. Aber wir wollen uns nicht selbst etwas einreden. Ist der Weg mit den Notabein der kürzere? Wir sind überzeugt, dass er der weiteste und längste Weg ist. Wollen wir uns heute mit der Eröffnungsrede des Herrn Präsidenten Weizmann einverstanden erklären, dass einzelne Privatpersonen vorhanden sind, welche sich im Banne der Palästinastimmung befinden, wollen wir ihnen heute Macht einräumen, dann wird wieder einmal bei den Volkmassen die Illusion einer plötzlichen Hilfe durch Aussenstehende geschaffen werden und wir werden dann jenen heiligen Faden verlieren, der Palästina mit dem Leib und der Seele der zionistischen Masse verknüpft. Bei den einzelnen Privatpersonen und den Stimmungsnotabein werden bei der ersten Schwierigkeit neue Stimmungen kommen, sie werden plötzlich wie Rauch verschwinden und die Massen werden wegen unseres heutigen Schrittes nicht mehr da sein. Und wieviele Jahre, wieviel neue dreissig Jahre werden wir dann, Herr Präsident, den Weg suchen, um von neuem die lebendige Verbindung mit den Massen zu schaffen, um den Faden des realen und geistigen Zionismus neu zu finden und zu spinnen! Der Weg über den Stimmungszionismus, über die Palästinastimmung der Notabein verschafft uns kein Geld und vertreibt uns das Volk. Welches ist also der kürzere und welches der längere Weg? Der des Zionismus oder der des „Vielleicht-Zionismus"? 139