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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1924-01-01 · 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923 · p. Seite 138

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
Date
1924-01-01
Page
Seite 138 (sequence 161)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476280--5269-3481414
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von selbst zu dem berühmten „geduldigen", fürwahr, schon allzu geduldigen Verhältnis der zionistischen „Macht" zu unseren Emigrationsnöten geführt. Bis zum Mandat hat man die Massen dazu erzogen, geduldig zu warten. Dann hat man angeordnet: „Wartet mit der Emigration, bis das Mandat bestätigt werden wird." Und als in einer guten oder schlechten Stunde das Mandat bestätigt worden war und die Geduld der Massen kein Geld geschaffen hat, hat man angefangen uns das einzureden, was der High Gommissioner am 3. Juni gesagt hat: „Schaffet zuerst ökonomische Möglichkeiten und dann die Emigration." Und dabei ist es geblieben: ohne Emigration, ohne Rechte und auch ohne ein Anwachsen der ökonomischen Möglichkeiten. Dazu hat das Fanfarensystem in der äusseren Politik geführt. Nun kommt das System auf einem anderen Gebiete zur Geltung: auf dem Gebiete der inneren Politik. Jetzt vernimmt man von der Leitung eine neue Kunde des Trostes und der Hoffnung, dass jene hohen Kreise, welche sich herbeilassen wollen, zusammen mit uns Palästina aufzubauen, uns Hilfe bringen werden. Und auch jetzt vergisst man das Volk, die Massen, die die einzigen sind, welche Menschen für die Emigration und Geld für den Aufbau hergeben. Man kann sich in der Leitung nicht mit jenem grossen schöpferischen Anonymus befreunden, den man das Volk nennt. Man schätzt bei uns schon einzig und allein jene grossen populären Namen der Notabein in Frankreich oder Amerika, welche schon Gott sei Dank ein freundliches Gesicht machen, welche vielleicht auch Geld hergeben, welche vielleicht nach allen Ehren, die man ihnen zuteil werden lassen will, an den Aufbau Palästinas herangehen werden. Den wirklichen Volkswillen, den lebendigen Volkszionismus, die ungeheuren Opfer des Volkes an Menschen und Geld will man mit einer wunderbaren Leichtigkeit für einen „Vielleicht-Zionismus" hergeben. Wir, die Zionistisch-Sozialistische Partei Zeire Zion wären die letzten, eine Hand zurückzuweisen, die bereit ist, Palästina aufzubauen. Wir wären die letzten, die sich erlauben würden, auch nur ein einziges Herz, das für den Aufbau des Landes schlägt, zurückzustossen. Aber Herr Präsident, geehrter Kongress, sie müssen sich in unsere Reihen stellen, wenn wir sie willkommen heissen sollen. Aber sind wir im Zionismus schon so weit gesunken, ist unser Niedergang an Geist und Glauben schon so tief gefallen, dass wir uns schon erlauben wollen, die V o 1 k s m a s s e n, die ihre Söhne und Töchter, ihr Herzblut und ihr Geld für das Fundament einer Zukunft Palästinas opfern, mit einzelnen Privatleuten auf dieselbe Stufe zu stellen? Mit welchem Recht können wir den Massen, die keine Geduld haben und (trotz dem Rat des Herrn Grünbaum) mit dem freien jüdischen. Arbeitszentrum in Palästina nicht warten wollen, wie können wir ihnen die einzelnen Privatleute gleichstellen, die dreissig Jahre lang die „Geduld" gehabt haben, auf unser Leiden zu blicken und zu schweigen, und die nach dreissig Jahren Volksarbeit, wie der Herr Präsident mit Recht feststellt, kaum zu einer Palästinastimmung gelangt sind? Wir kennen nur eine schöpferische Stimmung, das ist die, welche aus der Arbeit für und in Palästina stammt, die von der Alijah 138

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