Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1924-01-01 · 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923 · p. Seite 135

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
Date
1924-01-01
Page
Seite 135 (sequence 158)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
99% known words query
IRI
…/3476254-3476280--5266-3481411
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Wir haben von der zionistischen Leitung nicht gehört, welche aktive Politik sie getrieben hat auf dem Gebiete der Agrarfrage, um die guten Beziehungen zu den Fellachen zu befestigen; wir haben nicht gehört, was sie getan hat, um die Konstitution von Erez Israel so zu gestalten, dass die berechtigten Bestrebungen des Volkes in Erez Israel nach Selbstverwaltung befriedigt werden, was sie getan hat, um eine Verständigung zwischen Juden und Arabern in Erez Israel in der Frage der nationalen Selbstverwaltung herbeizuführen. Zum Schlüsse will ich noch die innerpolitische Frage berühren, mit der sich Herr Grünbaum so sehr befasst hat. Vor allem eine allgemeine Bemerkung. Wir haben auf zionistischen Kongressen, so oft solche aktuelle politische Fragen auftauchen, immer den Eindruck, dass der Versuch gemacht wird, die Aufmerksamkeit des Kongresses auf eine Sensation zu konzentrieren und das Interesse von den wahrhaft vitalen Fragen, von der Kolonisation, den sozialen Problemen, abzulenken. Von diesem Gefühle können wir uns auch bei der Diskussion über die Jewish Agency nicht freimachen. Man hätte meinen sollen, dass der zionistischen Bewegung ein grosses Heil widerfahren ist. Sie hat es erreicht, dass sie international als Vertretung des jüdischen Volkes für Erez Israel anerkannt wurde, und man hätte glauben können, dass dies 'eine Quelle von Kraft für die Bewegung werden würde. Wir fürchten aber, dass diese Anerkennung sich in eine Quelle der Schwäche für die zionistische Bewegung verwandeln wird. Nach unserer Meinung besteht der Kern der Frage darin, wie die zionistische Bewegung die breite jüdische Oeffentlichkeit zur Mitarbeit für Erez Israel heranziehen kann, ohne den demokratischen und allweltlich-jüdischen Charakter der zionistischen und der Erez Israel-Bewegung aufzugeben. Wir bedauern, dass in den Eröffnungsreden dieses Kongresses dem Problem des jüdischen Weltkongresses für Erez Israel so wenig Raum gegeben wurde, einer Losung, die doch vor einem Jahre ausgegeben wurde. Wir wissen sehr wohl, dass der jüdische Weltkon gress nicht mechanisch zusammengerufen werden kann, wir wissen, dass die Antwort der jüdischen Oeffentlichkeit auf diese Losung sehr schwach war. * Wer das Gelingen dieses Kongresses will, darf sich nicht beeilen, muss Geduld haben. Aber dennoch muss man daran erinnern, dass die Zionistische Organisation nur dann mit ruhigem Gewissen sich mit anderen Körperschaften und Elementen des jüdischen Volkes koordinieren kann, wenn diese Koordinierung auf der Basis der Demokratie und des Weltcharakters der zionistischen Bewegung erfolgt. Es wird geplant, wenn man nicht die Judenheit der ganzen Welt heranziehen kann, wenigstens die Judenheiten einzelner Länder zuzuziehen. Dazu will ich sagen, dass wir im Prinzip gegen diesen Gedanken nichts haben. Es sollen die demokratischen und national autonomen Vertretungen der Judenschaften einzelner Länder zur Agentur für Erez Israel zugezogen werden. Wir haben das selbst als einen Weg zum jüdischen Kongress vorgeschlagen. Aber wir sehen, dass man jetzt gerade nur die Judenheiten jener Länder zur Mitarbeit 135

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.