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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1924-01-01 · 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923 · p. Seite 132

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
Date
1924-01-01
Page
Seite 132 (sequence 155)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476280--5263-3481408
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Bau abgestellt. Nun will ich den Herren vom Misrachi etwas erzählen. Ich habe einmal bei einem Streik in Erez Israel zu tun gehabt, wo versucht wurde, jemenitische Arbeiter als Streikbrecher einzustellen. Wir haben ihnen in ihrer Synagoge die Sachlage erklärt, und die Folge war, dass der Haham der Jemeniten erklärte: Wer sich aus der Gemeinschaft ausschliesst, den schliesst man vom Arbeitsplatz aus. (Stürmischer Applaus.) Man darf sich nicht wundern, wenn die Erbitterung einmal andere Formen annimmt. (Beifall.) Streikbrechern ist bei uns ein allgemeiner Ausdruck für Ablehnung der Solidarität. Unsere Gewerkschaft in Erez Israel ist eine parteilose Arbeiterorganisation, die auf Grund der demokratischen Selbstverwaltung Arbeiter aller Richtungen umfasst. Nichtreligiöse genau so wie Religiöse, z. B. so fromme Elemente, wie es die Jemeniten sind. Trotzdem hat es der Misrachi für nötig gefunden, eine eigene Arbeiterorganisation zu schaffen und sie im Geiste des Separatismus und der Streikbrecherei zu erziehen. (Lebhafte Unruhe.) Ihnen ist es wichtiger, Ausbeuter und Ausgebeutete zu vereinigen, die Tefillin legen, für uns ist es wichtiger, alle Arbeiter zu vereinigen, ob sie Tefillin legen oder nicht. (Beifall.) Bei uns herrscht absolute religiöse Toleranz und Freiheit. (Widerspruch.) Aber wir betrachten die Religion als die Herzenssache eines jeden einzelnen, als persönliche Angelegenheit und nicht als Sache der politischen Tätigkeit und Organisation. (Widerspruch.) Regt Euch nicht auf. Jeder von uns hat Eltern gehabt, die fromme Juden waren, und wir haben vor ihnen Respekt gehabt, und wir haben Arbeiter in Erez Israel, welche für sich fromm sind, aber das ist ihre Privatsache, und es fällt uns nicht ein. weniger Achtung vor einem Menschen zu haben, der andere religiöse Anschauungen hat. Aber Eure religiöse Toleranz besteht nicht darin, dass Ihr Freiheit verlangt, sondern dass Ihr Eure religiösen Anschauungen anderen aufzwingen wollt. (Lebhafter Beifall.) In allen Staaten appellieren die Klerikalen an die Zwangsmittel des Staates, um ihre religiösen Formen der nichtreligiösen Bevölkerung aufzuzwingen, und in dem kleinen Staate der zionistischen Bewegung greift Ihr zur Hungerpeitsche gegen andersreligiöse Arbeiter. Das ist der Sinn Eurer religiösen Toleranz. Rabbi Berlin hat die Geschichte des Schochet in Merhawia erwähnt, und ich will, dass der Kongress die ganze Wahrheit weiss. Was ist dort geschehen? Wir haben im E m e k eine Arbeiterbevölkerung von 2000 Seelen. Nun hat sich der Misrachi an die Zionistische Organisation gewendet und " 30 Pfund für einen Schochet verlangt. Wir stehen auf dem Standpunkt, dass, wenn die Bevölkerung des Emek einen Schochet haben will, es ihre Sache ist, dies zu verlangen, und ferner, dass, wer seine religiösen Bedürfnisse befriedigen will, dies auf eigene Kosten tun soll. (Widerspruch beim Misrachi.) Das ist typisch, wie man die religiöse Toleranz auffasst. Im Namen der religiösen Toleranz will man den Arbeiterkolonisten einen Schochet aufzwingen. Man hat sich gegen den Willen der Bevölkerung um die 30 Pfund an die Zionistische Organisation gewendet. Die jüdischen Arbeiter von Merchawia haben das nicht verlangt. ' 132

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