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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1924-01-01 · 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923 · p. Seite 131

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
Date
1924-01-01
Page
Seite 131 (sequence 154)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476280--5262-3481407
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Für solche Arbeitszweige, die für die Interessen der Misrachibewegung in Erez Israel dienen, die ausschliesslich den Anschauungen und Interessen der Orthodoxie dienen, muss der Misrachi eigene Mittel schaffen, genau so wie wir für sozialistische Tätigkeit in Erez Israel eigene Mittel schaffen. Wir sehen aber, dass die Misrachiorganisation sich langsam von einer Kulturpartei zu einer sozialen Partei mit ganz bestimmten Tendenzen entwickelt hat. Wir haben es natürlich nicht anders erwartet, und wir waren schon vor zehn Jahren nicht so naiv, zu glauben, dass der Misrachi nur für religiöse Toleranz kämpft. Wir hatten nie Zweifel darüber, däss die Misrachibewegung, wie jede Bewegung, die die Religion zum Gegenstande der Politik macht, sich zu einer reaktionären und klerikalen Bewegung entwickeln wird. (Lebhafte Zustimmung links. Gelächter und Zwischenrufe rechts.) Der beste Beweis dafür sind Eure Versuche in den letzten Jahren, mit dem Gelde des Keren Hajessod, das wir alle zusammen im Interesse des jüdischen Jischuw aufbringen, eine besondere Organisation, den „Poel Misrachi", eine religiöse Arbeiterbewegung zu schaffen. Die Redner vom Misrachi waren gestern sehr beleidigt, als man ihnen von unserer Seite aus zurief, der Poel Misrachi sei eine Streikbrecherorganisation. Geehrter Kongress! Eine Streikbrecherorganisation ist nicht bloss eine Organisation, die dabei ertappt wird, einen Streik gebrochen zu haben, — obwohl auch das in Erez Israel vorkommt, denn uns wurden Tatsachen bekannt, wo jüdische Arbeiter in Erez Israel im Streik standen und der Poel Misrachi direkt Streikbrecher entsandte. In Hederah z. B. haben die jüdischen Landarbeiter kollektiv die Kolonie verlassen, zum Protest gegen den Versuch der Kolonisten, die Lebenshaltung der Landarbeiter unter das Minimum herabzudrücken. In diesem Falle hat der Poel Misrachi Arbeiter nach Hederah geschickt. (Unruhe.) Ich will mich aber auf den Fall beschränken, der gestern so viel Aufregung hervorgerufen und den Herr Berlin erzählt hat, dass man nämlich in Tel-Awiw misrachistische Arbeiter geschlagen habe. Es ist jetzt eine schwere Arbeitslosigkeit in Erez Israel. Ich habe gehört, dass in den letzten Monaten die Arbeitslosigkeit die Zahl von 2000 Menschen erreicht hat. Die Histadruth-Klalit, die jüdische Gewerkschaft in Erez Israel, hat nun, um die Lage der Arbeiter zu erleichtern, das System der Teilung der Arbeit zwischen Beschäftigten und Arbeitslosen eingeführt. Bei Bauarbeiten z. B. arbeiten die Arbeiter nur drei Tage in der Woche, damit die doppelte Anzahl der Arbeiter beschäftigt werden kann. Der Poel Misrachi hat nun eine Bauarbeit übernommen. Nicht nur, dass der Poel Misrachi mit dem Misrad Laawodot Ziburiot, der Baugewerkschaft der palästinensischen Arbeiter, konkurriert und Arbeiten zu niedrigeren Löhnen annimmt als dies die jüdischen Arbeiter tun, hat der Poel Misrachi, als er fünf Arbeiter bei einer Bauarbeit untergebracht hatte, das Ansinnen der Gewerkschaft, diese Arbeit mit fünf Arbeitslosen zu teilen, abgelehnt und so die elementare Solidarität mit den arbeitslosen Brüdern gebrochen. Das hat natürlich die Arbeitslosen erbittert, und sie haben die Arbeit bei diesem 131

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