Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 130 (sequence 153)
- Language
- German, English, Hebrew
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licher Beziehung. Der Aufbau Erez Israels bedeutet einen dynamischrevolutionären Prozess, einen Uebergang zu neuen Formen von Arbeit und Produktion, den Aufbau einer neuen jüdischen Wirtschaft. Wir wollen nicht in Erez Israel ein Volk von Krämern und kleinen Hand¬ .werkern sein. (Zustimmung, Zwischenruf.) Wenn ich dafür die Formen des Sowjet gewollt hätte, dann hätte ich es gesagt. Wias wir, P o a 1 e- Zion, wollen, haben wir deutlich genug gesagt, wir wollen in Erez Israel einjüdischesArbeitsvolk. (Lebhafter Beifall links.) Erez Israel heisst eine Transformation des jüdischen Lebens. Gewiss soll im Budget Platz sein für die Sicherung der ökonomischen Möglichkeiten von Hand- * werkern und Händlern. Auch sie sind ein arbeitendes Element. Aber, Herr Gottlieb, Sie dürfen* nicht vergessen, dass diese Schichten in Erez Israel nicht jene dominierende Stellung haben können, die sie in unserer verkrüppelten und abnormalen Wirtschaft im Golus einnehmen. Kolonisation von Erez Israel meint Uebergang zur Arbeit, zur Landwirtschaft, Industrie und öffentlichen Arbeiten. Und in diesem Prozesse der Kolonisation Erez Israels muss das kleinbürgerliche Element gegenüber dem Arbeiter-Element zurücktreten. Ein paar Worte zu Rabbi Meyer Berlins Kritik unseres Budgets. Die Misrachi sind eine sehr weitherzige Partei. Sie wollen in der zionistischen Bewegung beides haben: diese Welt und die zukünftige. Sie sitzen in der Exekutive und beteiligen sich an der Leitung, und wollen gleichzeitig in der Opposition stehen. Deshalb möchten wir wissen, ob der Misrachi ein Teil der Exekutive und der Regierungsmehrheit ist oder in der Opposition steht. Die Misrachisten sind sehr eifrige Verfechter der Heiligkeit der Kongressbeschlüsse. Das gefällt mir, aber deshalb möchte ich auch die Herren vom Misrachi fragen: Wo ist die Ehrfurcht der Herren vom Misrachi für die Rechte des zionistischen Kongresses, wenn es sich um die Budgets handelt, die sie beim Keren Hajessod herauspressen? Welchen Sinn hat das Budgetrecht des Kongresses, wenn hinter seinem Rücken zwei Jahre hindurch, ohne Bewilligung des Kongresses und ausserhalb des Budgets, der Misrachi die zionistische Leitung und das Direktorium des Keren Hajessod zwingt, ihm ein Budget von 25.000 Pfund in zwei Jahren zu geben? (Lebhafte Entrüstungsrufe. Unruhe.) Wir bewilligen hier auf dem Kongresse Budgets, wir bewilligen zum Beispiel Budgets für kulturelle Zwecke. Der Misrachi hat uns immer versichert, dass er kein den Interessen der Arbeiter entgegengesetztes Programm habe, sondern nur eine Kulturpartei sei, die die religiöse Freiheit und Toleranz in der zionistischen Bewegung hüten wolle. Wir haben sie unterstützt, als sie einen Teil vom Kulturbudget für Misrachischulen verlangten. Es hat sich kein Fall erreignet, dass wir Sozialisten gegen diesen Teil des Budgets gestimmt hätten. Aber es ist nicht möglich, dass man zu gleicher Zeit, ohne Wissen des Kongresses und ausserhalb des Etats, aus dem kärglichen Budget in zwei Jahren einen Betrag von 25.000 englischen Pfund für spezielle Zwecke des Misrachi gibt, die nicht hineinpassen in das Budget, das wir hier auf dem Kongresse bewilligen. 130