Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 129 (sequence 152)
- Language
- German, English, Hebrew
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im..Jahre 568 2. Es sind vom Gesamtbudget von 477.000 Pfund für kulturelle Zwecke: Erziehung, Schulen, Technikum usw. 112.000 Pfund, für Hadassah 100.000 Pfund, zusammen 212.000 Pfund, dagegen für kolonisatorische Zwecke: Landwirtschaft 111.000 Pfund, für Immigration 68.000 Pfund, für Arbeit 48.000 Pfund, zusammen 227.000 Pfund ausgegeben worden, absolut genommen also etwas mehr als für, kulturelle Zwecke. Aber ich bitte zu bedenken, dass von dem Budget, das wir vor zwei Jahren aufgestellt haben, die Schulen und die Hadassah ihren vollen Betrag-bekommen haben, während die Landwirtschaft, für welche wir 225.000 Pfund beschlossen haben, 111.000 Pfund, also weniger als die Hälfte erhalten hat. Mit anderen Worten, wir haben in unserem * Budget die Tendenz zur -Verstärkung der kulturellen und zur ständigen Reduzierung der kolonisatorischen Arbeitszweige. Herr Grünbaum hat davon gesprochen, dass man in der zionistischen Bewegung anfängt, gegen das Uebergewicht des Kulturbudgets zu agitieren, und er hat das verglichen mit der Beziehung der radikalen und demokratischen Parteien zum Erziehungsbudget eines Staates. Er vergisst dabei, dass in dem Budget eines Staates das Erziehungsbudget zugunsten von unproduktiven militärischen Ausgaben reduziert wird. Dagegen muss sich jeder demokratisch gesinnte Mensch wenden. Aber in unserem Budget dreht sich die Frage nicht um Militär- oder Erziehungsbudget, sondern um Kultur- oder Kolonisationsbudget. Wir sind gewiss keine Kulturgegner und wissen die Tätigkeit der Kulturpioniere ebenso zu schätzen, wie die der Arbeitspioniere. Ich weise von vornherein jeden Versuch zurück, meine Worte zu verdrehen, aber wir sind arme Leute und wir dürfen nicht mit unseren Mitteln unproduktiv wirtschaften. Wir müssen erst Menschen bringen und ihre ökonomischen Möglichkeiten sichern, dann erst wird eine gesunde Grundlage für die Kultur gelegt sein. (Beifall.) Was die Rekonstruktion unseres Budgets betrifft, so muss ich auf die Klagen zurückkommen, die von den Herren Gottlieb und Berlin erhoben worden sind. Herr Dr. Gottlieb hat versucht, mit populären Worten sehr unpopuläre Dinge zu verschleiern. Es hat mich sehr gerührt, dass er um die Seele der zionistischen Bewegung und der zionistischen Demokratie besorgt ist; es hat mich sehr gefreut, dass er sich der Sache der Chaluzim warm angenommen hat, allerdings bei den Wahlen zum polnischen Sejm; aber es muss aufgedeckt werden, was Herr Gottlieb mit seinen verschleierten und unklaren Worten gemeint hat. Es ist schade, dass man bei uns nicht deutlicher spricht. Aber was Gottlieb und seine Freunde meinen, ist, dass man in unserer kolonisatorischen Tätigkeit die jüdische kleinbürgerliche Masse so nehmen soll, wie sie ist, und nach Palästina führen soll. Nun, glaube ich ja nicht, dass wir nicht dafür sorgen sollen, den kleinbürgerlichen Massen des jüdischen Volkes die Möglichkeit einer Existenz in Erez Israel zu beschaffen. Aber man muss folgendes bedenken: Kolonisation in Erez Israel bedeutet nicht das Hinüberbringen des Golus nach Palästina, vor allem nicht in wirtschaft- 9 129