Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 127 (sequence 150)
- Language
- German, English, Hebrew
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Achtel des Arbeitsjahres. Die einzige Ursache davon war der Zustand der Wasserleitung, die Typhus und Fieber brachte. Der J. N. F. hat nicht nur die Aufgabe, Boden zu kaufen, sondern ihn auch in einen bewirtschaftungsfähigen Zustand zu bringen. Das ist der richtige Weg, und den muss man beschreiten. Der Fortschritt in den neuen landwirtschaftlichen Kolonien, Kwuzoth und Moschawe Owdim, wird von uns mit grossem Interesse verfolgt, denn wir betrachten als das wichtigste Resultat der Kolonisationsarbeit in den letzten zwei Jahren die Vergrösserung des landwirtschaftlichen arbeitenden Jischuw in Erez Israel. Wir, seit Jahren die Vorkämpfer des Gedankens der landwirtschaftlichen Kooperation in der zionistischen Bewegung, haben unsere Meinung nicht geändert. Auch auf Grund der Erfahrungen der letzten Jahre sind wir der Meinung, dass die Kwuzah, die landwirtschaftliche Genossenschaft, obwohl sie aus dem Versuchsstadium noch nicht heraus ist, das wichtigste Instrument für die Verwandlung besitzloser jüdischer Einwanderer und Städter in jüdische Kolonisten .bleibt. Wir sind aber niemals in der Frage der Kwuzah Dogmatiker gewesen. Wir haben immer zugegeben, dass die Mitglieder der Kwuzah, wenn sie sich in der Form von Moschawe Owdim, von Einzelfarmen niederlassen wollen, das Recht dazu haben. Jede Kwuzah kann den Boden aufteilen und ihn in Einzelwirtschaften verwandeln. Wir sehen aber eine Gefahr darin, dass die öffentliche Meinung im Zionismus den Fortschritt und den Erfolg der Moschawe Owdim als Argument gegen die Landarbeiter-Genossenschaft benützt. Ich bin überzeugt, die jüdischen Landarbeiter, die in den Moschawe Owdim organisiert sind, sind die letzten, die eine solche Argumentation billigen würden. Wir waren niemals im Zweifel, dass die Sympathien der Mehrheit in der zionistischen Bewegung immer auf Seiten derjenigen Kolonisationsform sein werden, die mehr ihren Vorstellungen von Privatbesitz und Privatwirtschaft entspricht, und dass sie sich gegen die Kwuzah wenden werde, die eine Annäherung an sozialistische Wirtschaftsformen darstellt. Aber auf eines möchte ich aufmerksam machen: Wenn die Moschawe Owdim erfolgreich sind, was wir ja von Herzen wünschen, so darf man nicht vergessen, dass sie ihr Menschenmaterial und die landwirtschaftliche Anpassungsfähigkeit desselben den landwirtschaftlichen Kwuzoth verdanken. In ihnen sind diese Menschen zu jüdischen Farmern erzogen und ausgebildet worden. Wenn die Moschawim jetzt in schnellerem Tempo fortschreiten als die Kwuzoth, so deshalb, weil sie an dem in den Kwuzoth investierten Kapital zehren. Die Sympathien und Antipathien, die ich hier erwähnt habe, spiegeln sich auch in der Leitung' der zionistischen Bewegung ab und man kann in den Budgets ständig beobachten, dass die Moschawim nach der Zahl ihrer Mitglieder viel höhere Beträge bekommen als die Kwuzoth. Zum Teile rührt das ja davon her, dass die Kwuzoth sich bemühen, sehr billig zu wirtschaften, und kleinere Budgets verlangen. Zum anderen Teile ist dies aber ein Resultat einseitiger Orientierung. Die Frage ist, was im Prozess der Kolonisation Moschaw und Kwuzah dynamisch und nicht statisch bedeuten. Und da erkläre ich, dass die Bedeutung der Kwuzah eine viel grössere ist, denn nur sie 127