Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 122 (sequence 145)
- Language
- German, English, Hebrew
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Massen in allen Ländern, wie es dank dem Zionismus entstanden ist, keine Entwicklung der jüdischen Presse, die vom Zionismus lebt, keinen politischen und nationalen Kampf, keinen Nationalisierungsprozess, keine Literatur. Und jetzt, in dem entscheidenden Momente, da wir auf Schwierigkeiten stossen, vergessen wir alles das und sind bereit, es aufzugeben und alles zu liquidieren, um Erez Israel aufbauen zu können. Ich glaube nicht, dass man auf solche Weise die Möglichkeit hat, Erez Israel zu bauen. Was ist denn der Unterschied zwischen der Kolonisation Erez Israels und der Kolonisation von Argentinien? Die Kolonisation von Erez Israel stützt sich auf eine Volksbewegung, auf den Prozess des Auflebens des Volkes, und jene andere Kolonisation stützt sich auf den puren Auswanderungsprozess. So verstehe ich das, was hier Ussischkin gesagt hat: Nicht nur -Geld, sondern auch Menschen, früher Menschen, dann Geld. Das ist die grosse Wahrheit. Lebendig ist die Arbeit in Erez Israel erst geworden, als die Zionisten gekommen sind und diese Arbeit mit dem Schwung des Auflebungsprozesses erfüllt haben. Und nun wollen wir die Zionistische Organisation und Bewegung in eine kolonisatorische Unternehmung verwandeln. Es spricht sich ja leicht aus: ein wenig unserer Souveränität einbüssen. Was heisst das aber? Dass wir, der Zionistische Kongress, nicht das entscheidende Wort in bezug auf das Budget in Erez Israel zu sagen haben werden, weil die Jewish Agency, die uns nicht verantwortlich sein wird, das letzte Wort hinsichtlich des Budgets haben wird. Wir werden höchstens einen Beschluss annehmen können, in welchem wir sagen werden: wir fordern unsere Vertreter in def Jewish Agency auf, unser Verlangen durchzusetzen. Und wenn sie es nicht können werden, so werden wir gewiss die Mutter sein, die ihr Kind hingibt, damit es nur nicht zerschnitten wird. Das Budgetrecht werden wir verlieren, die politische Souveränität werden wir aufgeben müssen, weil ja die Jewish Agency die Politik führen wird. Wir werden uns hüten, etwas zu tun, was die Jewish Agency sprengen könnte. Kanu nun wirklich der Kongress heute, nach 26 Jahren der Arbeit, sich versammeln, um Resolutionen für seine Vertreter in einer Körperschaft zu fassen, auf die er keinen Einfluss hat, oder um über Propaganda zu sprechen? Es heisst: Wir sind die Batlamm und die anderen sind die praktischen Menschen. Sie lassen uns, den Batlanim, die Agitation und Propaganda und sie werden mit Hilfe der verschiedenen Körperschaften Palästina aufbauen. Wird ein solcher Kongress existieren können? Wird man* mit solchen Losungen eine Bewegung führen und entwickeln können? Wisst Ihr denn nicht, was für eine Demoralisation in unsere Reihen die blosse Losung, der Plan allein hineingebracht hat? Die zionistischen Massen bei uns haben bereits das Gefühl: sie sind frei, sie haben keine Verantwortung mehr, man wird für sie schon sorgen, es gibt grosse und einflussreiche Menschen, die für sie sorgen werden. (Lebhafte Unruhe und Widerspruch.) Mit Geschrei wird man die Wahrheit nicht unterdrücken. Ich will dem Präsidenten Weizmann zeigen, welchen Widerhall sein Plan gefunden hat. Die Hauptsache ist, wie man diesen Plan versteht. Schon 122