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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1924-01-01 · 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923 · p. Seite 121

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
Date
1924-01-01
Page
Seite 121 (sequence 144)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476280--5252-3481397
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dem Prinzip der Massenbewegung, dem Prinzip der Verantwortung der Führer; sonst werden die zionistischen Organe zu einer Art Komitee und die zionistische Bewegung zu einer blossen kolonisatorischen Unternehmung. Und das geschieht tatsächlich. Nicht die Worte haben Bedeutung, sondern die Tendenzen sind die Hauptsache, die Einstellung auf eine Sache. Man kann mit Worten die Tendenzen sehr geschickt verschleiern. Und die Tendenz ist die, dass wir uns auf dem Wege der Liquidierung der Volksbewegung befinden; wir gehen den Weg der Umwandlung der zionistischen Auflebungsbewegung in ein kolonisatorisches Unternehmen zum Aufbau Palästinas. Ich will als Gewissen der ehemaligen demokratischen Fraktion reden. Das wichtigste Prinzip der demokratischen Fraktion, Herr Präsident Weizmann, war, dass wir danach streben wollen, das jüdische Volk wieder aufleben zu lassen. Dieses Wiederaufleben kann aber nur geschehen, wenn wir Erez Israel als unser Vaterland, als den Judenstaat aufbauen. Volk und Land — eines ist vom anderen untrennbar. Jetzt will man aber den Prozess des Aufbaues von Erez Israel loslösen von dem Prozess des Auilebens des jüdischen Volkes. Jetzt will man den Prozess des Aufbaues Erez Israels getrennt von allen anderen Prozessen des jüdischen Lebens hinstellen, um andere Elemente heranzuziehen, die das Wiederaufleben des jüdischen Volkes nicht wollen. Das heisst unsere Bewegung zu einem kolonisatorischen Unternehmen machen; das ist dasselbe, was Rothschild gemacht hat und was in Argentinien geschehen ist. Ihr verzichtet auf die nationale Politik im Golus, auf die K u 11 u rarbeit. Ich habe mit einem Freunde aus Amerika gesprochen. Er kann es nicht ertragen, dass wir soviel Geld für das Schulwesen in Erez Israel ausgegeben haben. Ich habe ihm gesagt: Es ist ein Unglück, dass Ihr amerikanische Begriffe habt und wir europäische. Ihr habt in Amerika kein Schulbudget, wir aber in Europa haben Schulbudgets und die Höhe des Schulbudgets ist immer ein Beweis, dass der Staat seinen Aufgaben gewachsen ist. Das aber, was wir diesbezüglich so oft hören, beweist, dass wir auf die Erziehungsarbeit, auf die Kulturarbeit verzichten werden. Und es scheint, dass wir bereit sind, auf alles zu verzichten, was nicht zum Aufbau Erez Israels im vulgären Sinne gehört. Was wird dabei herauskommen? Wir werden alle Quellen verstopfen, aus denen wir jetzt schöpfen, insbesondere die Quelle des Enthusiasmus. Werden? wir dann noch Chaluzim haben, junge, opferwillige Arbeiter, die nach Palästina gehen, um sich dort zu proletarisieren? Wie werden wir arbeiten können, wenn wir die jüdischen Massen nicht bekommen, wenn wir sie nicht organisieren, wenn wir nicht in ihr Herz das Bewusstsein versenken, dass sie allein ihr Schicksal in den eigenen Händen haben, dass sie allein für das, was geschieht, verantwortlich sind und dass sie allein ihre Ketten zerreissen können? Das aber war die Kraft des Zionismus. Es war ein grosses Glück für uns, dass H e r z 1 von Rothschild und Hirsch kein Geld bekommen hat, dass er sich sagen musste: Acheronta movebo und zum Volke gegangen ist. Sonst hätten wir heute eine ICA und keinen Kongress (Lebhafte Zustimmung), kein Aufleben der jüdischen 121

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