Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1924-01-01 · 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923 · p. Seite 118

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
Date
1924-01-01
Page
Seite 118 (sequence 141)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
99% known words query
IRI
…/3476254-3476280--5249-3481394
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

XII. Kongress gehabt. Es war dies die Folge der Londoner Konferenz, und wir erinnern uns, wie der Konflikt ausgegangen ist. Wir haben jaauf dem XII. Kongress damit zu tun gehabt und haben ihn daselbst liquidiert. Mitglieder des Kabinetts sind wegen des Konfliktes ausgetreten und es entstand ein neues Kabinett. Der Präsident der Organisation hat selbstverständlich einen entscheidenden Einfluss auf die Zusammensetzung dieses Kabinetts gehabt, noch mehr, das Kabinett wurde auf der Plattform geschaffen, welche der Präsident der' Bewegung herausgegeben hat, als er sein früheres Kabinett stürzte. Jetzt haben wir wiederum einen Konflikt zwischen der Exekutive und dem Präsidenten vor allem deshalb, weil manche Mitglieder der Exekutive oder alle Mitglieder treu zu jener Plattform stehen, auf welcher fussend man das frühere Kabinett gestürzt hat. Es ist, wie gesagt, ein konstitutioneller Konflikt. Wir können gewiss verstehen, dass der Präsident der Bewegung im Laufe von zwei Jahren mit seinem Kabinett in einen Konflikt gerät. Im Laufe von zwei Jahren ereignet sich viel, und das kann dazu führen, dass ein solcher Konflikt entsteht. Aber es fragt sich, ob wir wirklich eine amerikanische Konstitution bei uns haben, wonach der Präsident die Kabinette genau so austauschen kann, wie wenn es Sekretariate wären. Es entsteht die Frage, die wir eigentlich auf diesem Kongress erledigen sollten: Wie schafft man konstitutionelle Garantien und eine Ordnung so, dass von einem Kongress zum anderen das Kabinett gewechselt werden kann? Das A. C. kann das nicht machen. Wir haben keine Instanz, die im Zeitraum zwischen zwei Kongressen dies tun könnte, denn auch die Jahreskonferenz kann keine Wahlen vornehmen. Wir gelangen so in die unmögliche Lage, dass, wenn es zu einem Konflikte kommt, man ihn verdecken und verheimlichen muss. Daraus entsteht aber nichts Gutes. Das macht die Bewegung nicht gesund, und so sind wir in den gegenwärtigen Zustand hineingeraten. Man könnte dies durch eine Aenderung im konstitutionellen Statut besser machen. Aber ausser dem konstitutionellen Momente gibt es noch ein anderes Moment. Ich weiss nicht, wie ich es nennen soll, ich will nicht sagen ein persönliches Moment, vielleicht ist es ein Stimmungsmoment. Ich habe schon früher gesagt: Man schafft Kabinette und stürzt sie und schafft neue und stürzt sie wieder. Diese Lage ist unmöglich. Wir schaffen Götter und stürzen sie und heben sie dann noch einmal empor, machen wieder Götter aus ihnen <und stürzen sie wieder., Niemand von uns hat die Garantie, dass die heutigen Götter, vor denen wir uns beugen sollen, in drei Monaten oder in einem halben Jahre noch Götter bleiben werden. Es ist doch kein Geheimnis: Wir sind wieder zu dem zurückgekehrt, was wir auf dem XII. Kongress aufgegeben haben, und jeder Zionist stellt sich die Frage: Wozu haben wir auf dem XII. Kongress das alles durchgemacht? So kann es nicht weitergehen. Wir müssen auch in dieser Hinsicht Garantien haben. Wir brauchen eine grosse Initiative, Ausdauer, Hartnäckigkeit und nicht eine stimmungsgemässe, expressionistische Politik. In welcher Stimmung befinden wir uns jetzt, in welche Stimmung hat man uns hineingebracht? Man hat uns in eine Stimmung 118

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.