Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 116 (sequence 139)
- Language
- German, English, Hebrew
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den Juden abhängig, Transjordanien war vom Mandat ausgeschaltet. Wir haben aber gehofft, dass die Sache in unserem Sinne geregelt werden wird, und als die Sache immer -schlechter wurde, haben wir nicht nur den Druck gegenüber den anderen Faktoren gespürt, sondern das jüdische Volk hat auch nicht den inneren Protest aus der Mitte der Leitung herausgehört. Wir dürfen aber nicht aufhören, zu betonen, dass das, was wir bekommen haben, nur das erste Minimum von Gerechtigkeit war, die wir uns bis zum letzten Ende erkämpfen müssen. Ebenso schwach ist die Stellung gegenüber Herbert Samuel gewesen. Es wurde vor zwei Jahren beschlossen und von der Jahreskonferenz bestätigt, eine Delegation zu Samuel zu schicken, um ihm unsere Forderung mitzuteilen. Das ist aber nicht geschehen, und Herbert Samuel K hat den Willen des Zionistischen Kongresses nicht erfahren. Indes kämpften wir bis heute vergebens um die Legalisierung des Waad Leumi. Ich gebrauche das Wort „kämpfen". Ich weiss, dass die Legalisierung nicht von uns abhängig ist. Aber, wir haben nicht den Eindruck gehabt, dass man sich mit aller Macht dafür eingesetzt hat. Ebenso ist es auch in der Angelegenheit der Immigration nicht anders geworden. Und doch ist das etwas, was theoretischen Verhandlungen nicht unterliegen dürfte. Im Weissbuch wird es mit gewisser Anerkennung erwähnt, dass Seiner Majestät Regierung einsieht, dass die Zahl der Juden dort vergrössert werden muss. Es ist selbstverständlich, dass, wenn die Immigration nicht in die Hände der Zionistischen Organisation gelegt wird, es so aussieht, als ob uns die Freiheit, das nationale Heim in Palästina aufzubauen, nur precario modo gegeben worden wäre. Die englische Regierung soil erfahren, dass wir uns darüber nicht hinwegtäuschen, iiass in diesem Falle die Immigration uns nur formal, aber nicht faktisch übergeben worden ist. Natürlich liegt die Hauptschwierigkeit im Lande auf Seiten der Ära b e r. Aber auch in bezug auf diese hat die Exekutive, mit Ausnahme von theoretischen Erklärungen, nichts getan. Der Weg der Anbahnung friedlicher Beziehungen muss endlich einmal betreten werden. In dieser Beziehung ist eine staunenswerte Passivität seitens der Exekutive zu beobachten. Allein selbst dort, wo wir allein das Recht der Entscheidung haben, war die Arbeit unzulänglich. Die Kolonisation ist plan- und systemlos gemacht worden. Man hat verschiedene Experimente gemacht, es ist aber nicht die Aufgabe der Organisation, zu kolonisieren, sondern Lebensbedingungen zu schaffen. Man spricht viel von Privatinitiative, und ich weiss nicht, ob sie zum Ausdrucke gekommen ist. Ich weiss aber, dass keine einzige Instanz darüber Information geben kann, wie eine solche Privatinitiative zu machen ist. Man hat sich auf eine Kategorie der Kolonisation beschränkt, und zwar darauf, dass man Chaluzim hinübergebracht hat. Aber auch diesbezüglich hat ja Präsident Weizmann schon ausgeführt, dass man mit den tausend Menschen monatlich nicht das grosse Programm realisieren kann, wie es uns vorschwebt. Allein auch von dem Standpunkt aus, wie man es heute macht, bleibt noch viel zu wünschen übrig. Ich bin überzeugt, dass, wenn die Chaluzim alle diese Reden hören würden, die da gehalten werden, sie sagen würden: Etwas 116